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Der Norden Paar wegen Trickbetrugs an Senioren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt
Nachrichten Der Norden Paar wegen Trickbetrugs an Senioren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt
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00:23 15.06.2019
Die Trickbetrüger hatten sich am Telefon als Polizisten ausgegeben, um ihre Opfer zu übervorteilen. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Bielefeld

Wegen Trickbetrugs an Senioren mit der „Polizeimasche“ muss ein Paar aus Hannover und Elmshorn jahrelang ins Gefängnis. Das Landgericht Bielefeld verurteilte die Betrüger, die sich als Polizisten ausgegeben hatten, am Mittwoch zu drei Jahren und sechs Monaten Haft für den Mann und vier Jahren und sechs Monaten für die vorbestrafte Frau. Die Geschädigten sind Senioren aus Hannover und Bielefeld. Sie verloren durch die Betrügereien Anfang dieses Jahres über eine halbe Million Euro an Bargeld, Schmuck und Gold.

Aussage erspart Opfern Gerichtsauftritt

Die umfassende Aussage der Angeklagten ersparte vielen Opfern einen Auftritt als Zeugen vorm Landgericht. Das wirkte sich positiv auf das Strafmaß aus. Ins Gefängnis muss das Paar dennoch. Die vorbestrafte Frau sogar ein Jahr länger als ihr Freund.

Anrufe über Callcenter in der Türkei

Die beiden Täter hatten sich laut Gericht als vermeintliche Polizisten ausgegeben und bei alten Menschen hohe Bargeldsummen, Schmuck und Gold eingesammelt – angeblich, um den Besitz in Sicherheit zu bringen. Die Verurteilten waren bei dem Trickbetrug nach Ansicht des Gerichts nur das Ende in einer kriminellen Kette. Als Abholer sammelten sie die Beute an Orten ein, die mit den Opfern vereinbart waren. Zuvor waren die Opfer über ein Callcenter mit unbekannten Hintermännern in Izmir in der Türkei mit vermeintlichen Anrufen der Polizei getäuscht worden. Ihnen wurde eingeredet, sie müssten ihren Besitz an „Polizisten“ übergeben, um ihn in Sicherheit zu bringen.

Urteil am unteren Strafrahmen

Das Gericht würdigte, dass die beiden 28 und 27 Jahre alten Deutschen mit Wurzeln in Kasachstan und dem Kosovo durch umfassende Geständnisse den Opfern eine Aussage vor Gericht erspart hatten. Das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, blieb am unteren Strafrahmen, den zum Auftakt alle Prozessbeteiligten vereinbart hatten. Die Frau brachte sich mit ihrem Geständnis sogar in Gefahr, weil sie in der Untersuchungshaft Drohungen aus der Türkei erhielt, wie ihr Anwalt in dem Verfahren berichtet hatte.

Liebe als Tatmotiv

Die Anklage hatte zum Prozessende nochmals betont, wie skrupellos und niederträchtig die Taten gewesen seien. „Ohne nachzudenken, was das für die Opfer bedeutet, sind sie vorgegangen“, sagte die Staatsanwältin. Sie verwies auf die Vorstrafen der Frau aus Elmshorn, die bereits durch Kreditbetrügereien und Onlinebetrug aufgefallen war. Dabei sei es ihr aber immer um den eigenen Vorteil gegangen. Bei dem aktuellen Fall aber sei das Motiv die große Liebe gewesen. Sie habe sich in den Mitangeklagten verliebt und wollte ihm helfen, nachdem er nach einem missglückten Drogengeschäft in finanzielle Nöte geraten war.

Der Anwalt der Frau aus Elmshorn in Schleswig-Holstein betonte in seinem Schlusswort, dass das Duo nur ein sehr kleines Rad in der gesamten Struktur ist. „Ja, sie war Teil der Bande, sie ist auf diesen Zug aufgesprungen, um für sich Geld zu verdienen. Als sie aber verhaftet wurde, ist dieser Zug ohne sie schön weitergefahren“, sagte der Verteidiger, der das Handeln seiner Mandantin ein „perfides, ziemlich mieses Verhalten“ mit auch heftigen psychischen Folgen für die Opfer nannte.

Von Carsten Linnhoff

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