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Der Norden Land will Imam-Weiterbildung an Uni Osnabrück weiter finanzieren
Nachrichten Der Norden Land will Imam-Weiterbildung an Uni Osnabrück weiter finanzieren
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17:34 19.06.2019
An der Uni Osnabrück ist das Zentrum für interkulturelle Islamstudien angesiedelt. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Hannover

Das Land will die Imam-Weiterbildung an der Uni Osnabrück weiter finanzieren. Der Landtag verabschiedete am Mittwoch einen entsprechenden Beschluss, Grundlage war ein Antrag der Grünen. Vorgesehen ist, das Programm im bisherigen Umfang mit 1,4 Millionen Euro pro Jahr zu fördern. Das Angebot bleibe wichtig, es gehe um die Vermittlung gesellschaftlicher Kompetenzen für die Geistlichen, sagte Wissenschaftminister Björn Thümler (CDU).

Die zweisemestrige, berufsbegleitende Fortbildung ist für islamische Geistliche aus dem Ausland gedacht, die in Gemeinden in Deutschland entsandt werden. Sie beinhaltet Aspekte wie Extremismusprävention sowie rechtliche und kulturelle Strukturen in Deutschland. In den vergangenen acht Jahren haben nach Angaben der Grünen rund 150 Imame und Seelsorgerinnen das Programm absolviert. Wegen zu geringer Nachfrage konnte allerdings zuletzt im September 2018 der nächste Durchgang der Fortbildung nicht gestartet werden.

Der Leiter des Instituts für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück, Bülent Ucar, reagierte mit Zurückhaltung auf den Landtagsbeschluss. „Die Imam-Weiterbildung war eher als Übergangslösung gedacht. Wir müssen nun den Bedarf klären und schauen, wie wir das umsetzen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Der Antrag sieht außerdem vor, dass das Land gemeinsam mit den Moscheegemeinden Modelle für eine eigenständige und unabhängige Imam-Ausbildung in Niedersachsen prüfen soll. Thümler sagte, es sei angedacht, im Herbst gemeinsam mit Verbänden einen Verein zu gründen, der Träger für diese Imam-Ausbildung werden solle.

Von Doris Heimann