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Der Norden Freispruch in spätem Mordprozess
Nachrichten Der Norden Freispruch in spätem Mordprozess
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15:14 09.08.2012
Der Angeklagte Gert G.wurde vom Landgericht Hamburg freigesprochen. Quelle: dpa
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Hamburg

Fast 30 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau hat das Hamburger Landgericht einen früheren Liebhaber freigesprochen. „Es ist weiterhin möglich, dass der Angeklagte das Opfer vorsätzlich getötet hat“, sagte der Vorsitzende Richter am Donnerstag. Der Prozess habe aber keinen eindeutigen Nachweis dafür erbracht. Der 56-Jährige soll nach dem Willen des Gerichts wegen einer anderen Straftat im vergangenen Jahr dennoch in Haft: Für die Körperverletzung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin verurteilte die Kammer den Mann zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren.

Der 56-Jährige musste sich seit Ende April vor Gericht verantworten, weil er seine Bekannte im September 1983 in ihrer Wohnung vergewaltigt und erwürgt haben sollte. Die Anklage stützte sich auf mehrere Indizien: So waren Haare von ihm auf dem Bademantel der Toten entdeckt worden – allerdings auch Haare von anderen Männern. Bei seiner Ex-Frau und der früheren Lebensgefährtin hatte der Angeklagte zudem mehrfach gesagt, er habe die 25-Jährige getötet.

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Diese Selbstbezichtigungen habe der Alkoholiker aber nur „im volltrunkenen Zustand“ gemacht, betonte der Richter. Die Ermittler hatten die Aussagen des Mannes mitgehört, weil sie Wohnung und Telefon mit einem „großen Lauschangriff“ überwacht hatten.

Der Richter reihte die Selbstbezichtigungen ein in eine Reihe von „gewaltverherrlichenden Fantasien“ des 56-Jährigen. Er habe sich auch mit anderen Tötungsdelikten gebrüstet und sich als „geiler Krieger“ bezeichnet. Das habe mit der Wirklichkeit seiner Lebensumstände nichts zu tun gehabt, sagte der Richter: „Er war eine armselige Existenz.“

Das Gericht kritisierte zahlreiche Ermittlungspannen der Mordkommission rund um die Tötung der 25-Jährigen. Es habe „gravierende, teil nicht nachvollziehbare Ermittlungsdefizite“ gegeben, die die Aufklärung der Tat bis heute behinderten, kritisierte der Richter.

dpa

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