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Der Norden Diese frisch sanierte Brücke sorgt für Ärger
Nachrichten Der Norden Diese frisch sanierte Brücke sorgt für Ärger
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00:15 02.05.2017
Zu niedrig: Viele Bootsfreunde stecken in einer Sackgasse. Quelle: Schröder
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Nach dem Umbau saßen die Stahlträger plötzlich tiefer als vorher - es war kein Durchkommen mehr. „Im Herbst waren die Vereinsmitglieder alle sehr verärgert“, sagt Edo Gerjets, Sprecher des Teams Wassersport Ostfriesland. „Da war bei uns Holland in Not.“

Kein Wunder, schließlich hatten viele Bootsbesitzer sich auf die schon immer recht niedrige Brücke eingestellt, ihre Boote entsprechend anfertigen lassen oder bei einem Neukauf auf die Höhe geachtet. „Die Brücke war mit 1,90 Meter Durchfahrtshöhe schon immer das Nadelöhr auf der Strecke“, sagt Gerjets. Doch nun passten auch die extraniedrigen Boote nicht mehr durch.

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Das Alte Greetsieler Sieltief ist die einzige Verbindung auf dem Wasser aus der Krummhörn nach Emden. Doch seitdem die Brücke für 120 000 Euro saniert wurde, ist diese gekappt.

Gespräche zunächst ergebnislos

Der zuständigen Gemeinde Hinte ist das durchaus peinlich. „Doch als wir gemerkt haben, dass die neuen Stahlträger niedriger sitzen werden als zuvor, war es zu spät“, sagt Bürgermeister Manfred Eertmoed. „Wir mussten sie einbauen, da es für einige Landwirte die einzige Zuwegung zu ihren Höfen ist“, erklärt er die Zwangslage. „Sonst hätte für längere Zeit ein Loch über dem Sieltief geklafft.“

Seit Herbst gibt es immer wieder Gespräche zwischen der Gemeinde und den Bootsfreunden. Doch eine Lösung war nicht in Sicht - denn für eine erneute Sanierung fehlte der Gemeinde schlicht das Geld. So gesehen ist es ein glücklicher Umstand, dass sich in den vergangenen Wochen mehrere Schwertransporter auf den Weg zu den Höfen der Landwirte machten. Beim Passieren der Brücke wurde diese beschädigt - erneut war eine Sanierung notwendig. Der Beschluss dazu sei schneller gefasst worden, so Bürgermeister Eertmoed. „Unter normalen Umständen wäre die Entscheidung nicht so schnell gefallen.“

Die Gemeinde muss so nur einen niedrigen fünfstelligen Betrag aufbringen. Den Rest übernehmen die für die Schwertransporte verantwortlichen Unternehmen. Im Mai sollen die Arbeiten beginnen - geplant ist, die alte Durchfahrtshöhe wiederherzustellen.

Von Julia Polley