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Der Norden Gefährliche Riesen-Zecke bald in Niedersachsen heimisch?
Nachrichten Der Norden Gefährliche Riesen-Zecke bald in Niedersachsen heimisch?
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00:20 14.06.2019
Deutlich größer als der Holzbock: Hyalomma-Zecken können gefährliche Erreger übertragen. Quelle: Marco Drevermann/Uni Hohenheim
Stuttgart/Hannover

Nach den jüngsten heißen Tagen seien gleich sechs der spinnenartigen Riesenzecken aufgetaucht, teilten die Universität Hohenheim (Stuttgart) und das Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Dienstag mit. Eines der Exemplare sei den Forschern aus dem niedersächsischen Suhlendorf bei Uelzen zugeschickt worden, bestätigte die Parasitologin und Zecken-Expertin Ute Mackenstedt von der Uni Hohenheim der HAZ. Die Zecke wurde auf einem Pferd entdeckt. Die anderen fünf Zecken stammen den Angaben zufolge von einem Pferdehof am Niederrhein.

Zecke hat gestreifte Beine

„Nach den ersten Nachweisen dieses Jahres müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten“, sagte Mackenstedt weiter. Überwintern bedeute aber nicht notwendigerweise auch, dass die zu den Milben gehörenden Tiere bereits heimisch seien.

Die Hyalomma-Zecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten von Afrika, Asien und Südeuropa – von Spanien über Italien bis zur Türkei. Von den hiesigen Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock kann man sie leicht unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine.

Gefährliche Erreger

Bislang wurden Hyalomma-Zecken mit Zugvögeln nach Deutschland transportiert, dort könnten sie sich nach Ansicht der Wissenschaftler in diesem Jahr stärker ausbreiten. Die diesjährigen Funde seien sehr früh gemeldet worden. „Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren.“

Die Hyalomma-Zecken können gefährliche Erreger übertragen, darunter jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, das mit schweren Blutungen einhergehen kann. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (Berlin) sind Hyalomma-Zecken seit 2017 auch in Deutschland nachgewiesen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 19 Exemplare in acht Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein) gefunden. Laut Institut trug keine dieser Zecken Infektionserreger wie zum Beispiel das Krim-Kongo-Virus in sich.

Der Mensch spürt den Angriff

Weiter dominant bleibt in jedem Fall der sogenannte Holzbock als heimische Zeckenart, wie Mackenstedt sagte. Die von ihm übertragenen Erreger können Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auslösen. Während die normalen Zecken nicht einfach zu sichten sind, sobald sie sich am menschlichen Körper festkrallen, spürt der Mensch den Angriff der Hyalomma-Zecke, sagt Expertin Mackenstedt: „Sie ist ja deutlich größer. Das merken sie, wenn die auf Ihnen herumläuft.“

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