Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Erste Massenvergiftungsopfer wieder daheim
Nachrichten Der Norden Erste Massenvergiftungsopfer wieder daheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:59 06.09.2015
Zahlreiche Rettungswagen und Notärzte sind am Freitag in Handeloh nahe eines Tagungszentrums im Einsatz, nachdem es zu einer einer Massenvergiftung gekommen war. Quelle: dpa
Anzeige
Handeloh

Ein Drogenexperiment bei einem Heilpraktikertreffen in Niedersachsen führte zum gefährlichen Massenrausch - am Wochenende wurden die ersten Betroffenen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Rund 30 Heilpraktiker und Homöopathen zwischen 25 und 55 Jahren hatten in einem Tagungszentrum in Handeloh südlich von Hamburg kollektiv die Szenedroge "2C-E" eingenommen, die genauen Umstände blieben zunächst unklar. Wahnvorstellungen, Krämpfe, Schmerzen, Luftnot und Herzrasen waren die Folge.

Beim Eintreffen der Rettungskräfte taumelten einige der Betroffenen über die Wiese, andere lagen entkräftet herum, sinnvoll sprechen konnte kaum jemand. Unzählige Rettungswagen und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Wie viele Menschen am Sonntag noch in Kliniken waren, konnte ein Sprecher der Polizei in Buchholz zunächst nicht sagen. Es sei nicht das erste Treffen der Gruppe in Handeloh gewesen, die meisten Teilnehmer kämen aus Hamburg, hieß es von der Leitung des Tagungszentrums.

Anzeige

Gegen die Beteiligten laufen Ermittlungen wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Psychedelikum "2C-E", in Szenekreisen auch als «Aquarust» bekannt, ist in Deutschland seit Ende 2014 verboten. Die Substanz zählt wie Amphetamin zu den Phenylethylaminen, verändert die Wahrnehmung von Farben und Geräuschen und ist zudem ein sehr starkes Halluzinogen. Legal therapeutisch verwendet wird "2C-E" nicht, weil nicht genügend über das Suchtpotenzial, mögliche Langfristschäden und die Nebenwirkungen der Psycho-Droge bekannt ist.

dpa