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Der Norden "Wo ist man noch sicher auf dieser Welt?"
Nachrichten Der Norden "Wo ist man noch sicher auf dieser Welt?"
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20:48 12.01.2016
Wieder daheim: Dennis Buchholz wird von seiner Mutter Monika und seinem Vater Ralf am Flughafen in Hannover freudig begrüßt. Er kam gerade aus Istanbul.
Wieder daheim: Dennis Buchholz wird von seiner Mutter Monika und seinem Vater Ralf am Flughafen in Hannover freudig begrüßt. Er kam gerade aus Istanbul. Quelle: dpa
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Hannover

Dem Terror entronnen: Als Turkish- Airlines-Flug 1555 aus Istanbul am späten Dienstagnachmittag in Hannover landet, treiben etliche der in Terminal B wartenden Abholer Sorgen um. Nur wenige Stunden ist es her, dass sich ein Selbstmordattentäter in der Bosporus-Metropole inmitten einer Gruppe deutscher Touristen in die Luft sprengte, es gibt mindestens zehn Tote, acht davon wohl Deutsche. Die erwarteten Angehörigen oder Freunde, die in Istanbul ihre Reise begannen, waren da zwar schon auf dem Weg zum Flughafen. Theoretisch aber hätte es praktisch jeden Istanbul-Tourist treffen können, gehören doch die Blaue Moschee und die Hagia Sophia, in deren Nähe der Anschlag geschah, zum Pflichtprogramm jeder Stadtbesichtigung.

"Ich kriege eine Gänsehaut nach der anderen", sagt Monika Buchholz, die mit ihrem Mann auf die Rückkehr von Sohn Dennis wartet. "Gestern haben wir von ihm noch Fotos von der Blauen Moschee bekommen", erzählt sie. Ihr Mann hat sie auf der Arbeit angerufen, um von dem Anschlag zu berichten. Dennis, der einen Studienfreund besucht hat, ist zu dem Zeitpunkt schon sicher am Istanbuler Flughafen. Als er die Terminalhalle in Hannover betritt, schließt er erleichtert seine Eltern in die Arme. "Gestern war ich genau auf dem Platz", erzählt er. "Die nächste Istanbul-Reise werde ich nicht sofort planen, aber im Moment ist man nirgendwo sicher", meint er. Die erste Sorge galt seinem Freund in Istanbul. Recht schnell aber war klar, ihm war nichts passiert.

Unterdessen diskutiert ein Türke mit dem Ehepaar Buchholz. "Solange es keinen Stopp der Waffenlieferungen gibt, geht das immer weiter", meint er zum Terror der Miliz Islamischer Staat. Der IS verfüge über keine eigenen Waffen sondern bekomme sie von irgendwoher geliefert. "Der Terror, das kann auch in München passieren oder hier." Dieselben Gedanken treiben Gökhan Özdemir um, der seine Schwester aus Istanbul zurück erwartet. "Wo ist man noch sicher auf dieser Welt?"

Einen Flug vorher aus Istanbul gelandet ist Geschäftsmann Ragib Cakici, er wartet auf seine Mutter, die mit der späteren Maschine kommt. Am Flughafen habe es etwas Chaos gegeben, wohl wegen des Anschlags, dann aber hätten die Behörden alles gut im Griff gehabt. "Jede Art von Terrorismus ist schlecht und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", wettert er, egal ob sie im Namen einer Religion oder etwas anderem verübt werde. Seit Jahren bereits mache der Türkei Gewalt seitens der PKK zu schaffen, und jetzt der IS. "Das ist immer der gleiche Mist."

Nur weil der Anschlag nun Deutsche getroffen habe, gebe es große Aufregung, empört sich ein junger Türke, der auf seine Großeltern wartet. Über die meisten Terroranschläge mit viel mehr Opfern in muslimischen Ländern werde nur wenig Aufhebens gemacht. Und außerdem nerve ihn, dass die IS-Terroristen sich als Muslime darstellten. Auch er sieht den Waffenhandel, auch durch Deutschland, als eine Ursache, dass der Terror weitergeht.

Unterdessen ist Familie Buchholz schon auf dem Parkplatz, bis nach Hause in Hannover ist es nun nicht mehr weit.

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