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Der Norden Knöllchen-Horst kann es einfach nicht lassen
Nachrichten Der Norden Knöllchen-Horst kann es einfach nicht lassen
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09:17 05.01.2016
Foto: Als Knöllchen-Horst bekannt geworden: Horst-Werner N. (l.), Archivbild von 2013 im Amtsgericht Herzberg am Harz.
Als Knöllchen-Horst bekannt geworden – weil Horst-Werner N. (l.) seit Jahren Verkehrssünder anzeigt. Quelle: Mark Härtl/dpa
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Osterode

Der selbsternannte Ordnungshüter habe im vergangenen Jahr einen Rechtsanwalt zum Beispiel rund 50 Mal eines Verkehrsvergehens bezichtigt, sagte der amtierende Landrat Gero Geißlreiter im niedersächsischen Osterode. Insgesamt soll der Frührentner damit seit 2006 mehr als 50.000 Autofahrer angezeigt haben. Dafür ist der Frührentner aus Osterode weit über die Grenzen seiner Heimat bekannt geworden.

Etwa 30 Anzeigen wurden bearbeitet

Die "Bild"-Zeitung berichtete, Knöllchen-Horst habe 2015 nicht nur Falschparker angeschwärzt, sondern auch die Halter von Fahrzeugen mit defekter, verschmutzter oder falsch eingestellter Bremsbeleuchtung sowie verschmutzen Kennzeichen.

Im gesamten Jahr 2015 seien allerdings nur etwa 30 der Anzeigen bearbeitet worden, sagte Geißlreiter. Denn die meisten Anzeigen von Knöllchen-Horst seien bei der Behörde per Fax und ohne Beweisfotos eingegangen. "Derartige Anzeigen werden nicht bearbeitet."

Knöllchen-Horst resigniert

Deshalb, so scheint es, resigniert der Frührentner langsam. Im Mai 2015 kündigte er im "Göttinger Tageblatt" an: Es "zeichne sich ab", dass er sein "ehrenamtliches Engagement" in "absehbarer Zeit" einstellen werde. Nach mehr als elf Jahren müsse er akzeptieren, dass "der Rechtsstaat seinen gesetzlichen Ansprüchen nicht gerecht" werde. Schon vorher hatte er sich darüber beklagt, dass niemand seinen Fleiß und Einsatz würdige. 

dpa/wer

04.01.2016
04.01.2016