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Der Norden Leitstelle für Offshore-Windparks geplant
Nachrichten Der Norden Leitstelle für Offshore-Windparks geplant
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08:38 14.05.2012
Mit dem Ausbau von Offshore-Windparks wächst die Gefahr von Unfällen.
Mit dem Ausbau von Offshore-Windparks wächst die Gefahr von Unfällen. Quelle: dpa
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Bremen

Der Bau von Windkraftwerken im Meer boomt. Immer mehr Menschen arbeiten bei mitunter unberechenbaren Wetterbedingungen weitab vor den Küsten. Bei Unfällen haben es Retter nicht leicht. Die Notfallrettung in deutschen Offshore-Windparks soll künftig über eine einheitliche Leitstelle koordiniert werden, die von den Betreibern finanziert wird. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) aus Bremen will die Leitstelle führen.

In den kommenden Jahren sind mehr als 100 Windparks in der deutschen Nord- und Ostsee geplant. Schätzungen zufolge würden damit mehr als 1000 Beschäftigte ständig auf hoher See arbeiten, sagte DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey. „Wenn jeder Betreiber zur Notfallabsicherung einen eigenen Flugdienst betreiben und ein separates Rettungs- und Überwachungskonzept umsetzen würde, wäre das schon rein verkehrsmäßig ein Chaos.“

Bereits im Sommer könnte von der Seenotleitung Bremen der DGzRS aus die Leitstelle mit dem provisorischen Betrieb beginnen, sagte Stipeldey. Die Windpark-Betreiber stellen den Seenotrettern dazu ihre vollständiger Notfallpläne zur Verfügung. Nach Angaben der DGzRS wollen die zehn beteiligten Unternehmen bis Ende Juni verbindliche Zusagen zur Finanzierung abgeben.

Seit 2010 kam es bei Arbeiten in deutschen Offshore-Windparks zu drei Todesfällen. Ein Berufstaucher starb Anfang Mai bei Unterwasserarbeiten im Windpark „alpha ventus“. In der Anlage „Bard-Offshore-1“ kamen ein Industriekletterer und ein Taucher ums Leben. Im Ostsee-Windpark „Baltic 1“ rammte ein Schlepper im Herbst 2011 eine Umspannstation.

Aufgabe einer Notfall-Leitstelle wäre es, den normalen Alltagsbetrieb bei Unfällen auf Offshore-Anlagen in Ost- und Nordsee zu koordinieren - vom gequetschten Finger bis zum Sturz und Herzversagen.

dpa/kas

Klaus Wallbaum 13.05.2012
Heike Manssen 14.05.2012