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Der Norden Landrat Bartels räumt ein: Jugendamt Hameln-Pyrmont manipulierte Akte
Nachrichten Der Norden Landrat Bartels räumt ein: Jugendamt Hameln-Pyrmont manipulierte Akte
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20:15 19.02.2019
Tjark Bartels (SPD), Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont Quelle: dpa
Hameln

Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde (Nordrhein-Westfalen) hat der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels (SPD), Fehler in seiner Behörde eingeräumt. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes habe nachträglich Änderungen an der Akte der Pflegetochter des Hauptverdächtigen Andreas V. vorgenommen.

Eintrag rückdatiert

Im Juni vergangenen Jahres habe es einen Wechsel der Dienstleister gegeben, die das Jugendamt für die wöchentlichen Besuche des Vaters auf dem Campingplatz beauftragt hatte. Den Ablauf dieses Wechsels habe der Mitarbeiter des Jugendamtes im Dezember zusammengefasst, den Text zu der Akte hinzugefügt und den Eintrag auf den 20. Juni rückdatiert. Außerdem habe er zusammenfassend Einschätzungen über die Entwicklung des Kindes hinzugeschrieben.

Bartels: Handeln des Mitarbeiters falsch

Bartels betonte, dass die nachträglichen Änderungen nicht falsch sein. Die Passagen würden Inhalte zusammenfassen, die so auch in anderen Akten fänden. „Sie vermitteln aber einen anderen Eindruck beim Lesen“, sagte der Landrat. Zum Zeitpunkt der Änderungen habe der Mitarbeiter bereits Kenntnisse von den Missbrauchsfällen gehabt, weshalb sein Handeln falsch sei. Der Mitarbeiter ist derzeit freigestellt.

Hinweise auf Missbrauch ignoriert?

Das Jugendamt Hameln-Pyrmont steht seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in der Kritik, weil es im Frühjahr 2017 entschieden hatte, das heute achtjährige Mädchen bei dem Hauptverdächtigen auf dem Campingplatz wohnen zu lassen – obwohl es bereits im Jahr 2016 zwei Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben haben soll. Auch die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt derzeit gegen Jugendamtsmitarbeiter und Polizeibeamte.

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