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Der Norden Wechselmodell an Schulen: So geht es nach den Ferien in Niedersachsen weiter
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Nach Ferien in Niedersachsen: Neues Unterrichtsmodell ab 11. Januar an Schulen geplant

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16:24 15.12.2020
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne erläutert seine Schulstrategie in der Corona-Pandemie.
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne erläutert seine Schulstrategie in der Corona-Pandemie. Quelle: HAZ
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Hannover

Das Land Niedersachsen will die weiterführenden Schulen nach den Weihnachtsferien in das sogenannte Szenario B schicken. Dabei werden die Klassen geteilt. Die eine Hälfte der Schüler wird in der Schule unterrichtet, die andere zu Hause. Ausgenommen davon werden die 13. Jahrgänge – also der Abiturjahrgang. Gelten soll das bis zum Ende des Schulhalbjahrs Ende Januar 2021, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstagmittag in der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz der Landesregierung.

Die Grundschulen sollen nach den Ferien ab 11. Januar zunächst beim Präsenzunterricht für alle bleiben. Dort soll aber für drei Wochen Maskenpflicht im Unterricht gelten. „Das ist eine wichtige Schutzmaßnahme für die Schüler“, so Tonne. Sollte es einen Infektionsfall an der Schule geben und Quarantäne erforderlich sein, teilen nach den Plänen des Ministeriums auch die Grundschulen die Klassen auf und gehen in das Wechselmodell.

Ab Februar wieder das bekannte Modell

„Die Infektionszahlen haben die Planungen über den Haufen geworfen“, sagte Tonne. Es gebe bei der Corona-Pandemie eine gewisse Unwägbarkeit. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, diese Regeln einzuführen. Er schränkte aber auch ein: „Wir sind gut beraten, gar nichts auszuschließen.“

Nach den drei Wochen im Januar sollen die Schulen zur bisherigen Strategie zurückkehren – dann gilt also wieder grundsätzlich Präsenzunterricht. Nur bei hohen Inzidenzwerten in den Landkreisen und gleichzeitigen Quarantänefällen werden die Klassen aufgeteilt. Möglicherweise werden die Inzidenzwerte, ab denen unterschiedliche Szenarien greifen, noch verändert. Auch das reine Distanzlernen, das Szenario C, soll an einen Inzidenzwert gekoppelt werden. „Wir brauchen jetzt nochmal einen Kraftakt“, sagte Tonne. „Es gilt, den Lockdown zu nutzen, um in ein besseres neues Jahr zu starten.“

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Schulen sind quasi Notbetreuung in Niedersachsen

Die Weihnachtsferien in Niedersachsen beginnen in diesem Jahr bereits am 21. Dezember. Bis dahin können die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schulen schicken. Die Schulen bleiben damit grundsätzlich geöffnet – sie sollen aber nur als eine Art Notbetreuung dienen. „Die Schule ist für diejenigen geöffnet, die ihre Kinder nicht zu Hause lassen können. Normal ist, dass die Kinder zu Hause bleiben, für diejenigen, die Not haben, bleiben die Schulen offen“, hatte Kultusminister Tonne bereits am Montag mitgeteilt. In anderen Bundesländern werden die Schulen am Mittwoch geschlossen.

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Kritik an Landesregierung wegen Schul-Strategie

Die Kritik an der Corona-Strategie des Landes in den Schulen hatte zuletzt zugenommen. Der niedersächsische Landesschülerrat etwa warf der Landesregierung mit Blick auf die verschärften Corona-Regeln an Schulen inkonsequentes und sprunghaftes Handeln vor. „Trotz der schwierigen Infektionslage wäre eine weitsichtigere Planung möglich gewesen“, hatte der Vorsitzender des Landesschülerrats, Florian Reetz, am Montag gesagt. „Es hätte schon vor Wochen flächendeckend das Szenario B verhängt werden müssen. Dass nun spontane, unausgereifte Lösungen angewandt werden müssen, hat die Landesregierung zu verantworten.“

Auch von Schulleitern aus der Region Hannover kam Kritik: Sie stellten vor allem bei Eltern eine große Verwirrung um die geltenden Regeln fest.

Von rah/dö/lni