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Der Norden Kommunen in Niedersachsen leiden unter verwaisten Fahrrädern
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Niedersachsen: Kommunen leiden unter verwaisten Fahrrädern

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09:41 06.11.2021
Schrotträder an öffentlichen Plätzen werden für Städte und Kommunen in Niedersachsen zunehmend zum Problem.
Schrotträder an öffentlichen Plätzen werden für Städte und Kommunen in Niedersachsen zunehmend zum Problem. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/ dpa
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Göttingen/ Hannover/ Oldenburg

Hunderte verwaiste Fahrräder müssen Städte in Niedersachsen jährlich von ihren Straßen und Plätzen entfernen. Im Umgang mit dem Problem gibt es von Stadt zu Stadt Unterschiede. Eine Lösung scheint es indes nicht zu geben. Eine Besserung sei ebenfalls nicht in Sicht, heißt es.

Schrott wird entsorgt

Dreimal im Jahr sammelt der Baubetriebshof in Göttingen Fahrräder auf dem Bahnhofsvorplatz ein. „Maßgeblich ist dabei nicht die Dauer des Abstellens, sondern der Zustand des Fahrrads“, sagte Stadtsprecher Dominik Kimyon. Nur was offensichtlich Schrott sei, werde weggeräumt. Pro Tour würden so 250 bis 300 Räder eingesammelt - auf Kosten der Allgemeinheit.

Hannover versteigert Räder

Regelmäßig versteigern Städte und Gemeinden auch Fundräder, die noch fahrtüchtig sind und die sich noch zu Geld machen lassen, um ihre Kassen aufzubessern und die Lager der Fundbüros zu räumen. In der Region Hannover etwa sollten am Samstag rund 40 Räder in der Wedemark unter den Hammer kommen.

Kein Abwärtstrend erkennbar

Jährlich deutlich mehr als 200 Fahrräder entfernt die Stadt Oldenburg. „Die Anzahl der eingesammelten Fahrräder ist jedes Jahr anders“, sagte Sprecherin Kim Vredenberg-Fastje. Aber: Ein Abwärtstrend sei nicht erkennbar. Die meisten besitzerlosen Räder seien noch in einem brauchbaren Zustand. Sie gehen an gemeinnützige Werkstätten, wo sie wieder fit gemacht und anschließend an Bedürftige abgegeben werden. Bevor Fahrräder, die noch nutzbar sind, entfernt werden, wird einige Wochen oder Tage mit einem Sticker am Rad auf den baldigen Abtransport hingewiesen. „Dem Problem kann nicht vorgebeugt werden“, sagte Vredenberg-Fastje. Das hätte sich in den vergangenen sieben Jahren in verschiedenen Versuchen gezeigt.

Die einzige Möglichkeit sei es, den Bürgern kontinuierlich hinterherzuräumen. Sonst käme es an den Fahrradabstellanlagen irgendwann zu katastrophalen Situationen. In Hannover gehören Schrotträder deshalb zum Tagesgeschäft. Im Jahr 2019 seien 1485 entfernt worden. Im Jahr darauf waren es 2185, bis Ende Juni 2021 dann rund 700, teilte die Abfallwirtschaft Region Hannover (Aha) im August mit. Der Erlös aus dem Schrottverkauf stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten der Beseitigung.

Von RND/ dpa