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Der Norden Niedersachsen ist das Land der bunten Vögel
Nachrichten Der Norden Niedersachsen ist das Land der bunten Vögel
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19:29 02.04.2012
Von Saskia Döhner
Foto: Noch nie zuvor hat es so viele Seeadler und Fischadler in Niedersachsen gegeben wie im vergangenen Jahr.
Noch nie zuvor hat es so viele Seeadler und Fischadler in Niedersachsen gegeben wie im vergangenen Jahr. Quelle: dpa
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Walsrode

Die Adler und Kraniche sind schon da, die Moorenten und Birkhühner sollen wieder kommen. Mit dem Projekt „Arche Niedersachsen“ will das Land hochgradig bedrohte oder bereits ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten retten. Insgesamt 29 Tierarten sind bislang in das Programm aufgenommen worden, darunter auch der Nerz, der Luchs oder das Birkhuhn. Grundlage des Arche-Projekts ist ein Landtagsbeschluss aus dem Jahr 2008 zur Sicherung der biologischen Vielfalt. Ziel ist es, Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu erhalten.

Doch die Natur kann sich nicht alleine retten, ohne menschliche Hilfe geht es nicht. Wo einst Noah half, springen jetzt Tierparks und Zoos ein. Vor einer erfolgreichen Wiederansiedlung stehe die Zucht durch Menschenhand, sagte Umweltminister Stefan Birkner am Montag bei einem Besuch im Weltvogelpark Walsrode. „Das Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn die zoologischen Einrichtungen uns mit ihrem Know-how unterstützen und sich aktiv beteiligen“, sagte der FDP-Politiker. Er würdigte den jahrelangen Einsatz des Vogelparks für bedrohte Vögel. Auch an dem Arche-Programm habe sich der Vogelpark sofort ohne zu zögern und auf eigene Kosten beteiligt, lobte Birkner.

In Walsrode sollen in den nächsten Jahren behutsam die scheue Moorente und der südliche Goldregenpfeifer aufgepäppelt werden. Die weltweit bedrohte Moorente, die zuletzt vor gut 30 Jahren in Niedersachsen gebrütet hatte, soll noch in diesem Jahr wieder am Steinhuder Meer (Region Hannover) heimisch werden. Damit die Vögel möglichst ungestört ihren Nachwuchs im Vogelpark Walsrode aufziehen können, werden Besuchern nur durch Gucklöcher Einblicke gewährt.

Auch der nahezu ausgestorbene taubengroße Goldregenpfeifer, Vogel des Jahres 1975, soll in den nächsten Jahren in Walsrode nachgezüchtet werden. Auch um den Erhalt anderer seltener Vögel, die nicht zum Arche-Projekt gehören, bemüht sich der Vogelpark, wie etwa um den Schneekranich. Dabei arbeitet man auch in länderübergreifenden Vorhaben, etwa mit der Russischen Föderation.

Birkner konnte am Montag bereits erste Erfolge vorangegangener Nachzuchtprogramme präsentieren. So gab es 2011 so viele See- und Fischadler in Niedersachsen wie nie zuvor. Der Brutbestand des Seeadlers liegt mittlerweile bei 30 Paaren, beim Fischadler sind es 14 Paare. Auch beim Nachwuchs gab es einen Rekord - mit 34 flügge gewordenen Seeadlern und 28 jungen Fischadlern. Birkner dankte der Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz, die sich seit 1996 um den Bestand der Vögel kümmert, notfalls Horte bewacht und kranke Tiere versorgt. See- und Fischadler hatte es zuvor mehr als 100 Jahre lang in Niedersachsen überhaupt nicht mehr gegeben.

Auch die Kraniche sind zurückgekehrt. Im Jahr 1976 standen sie mit gerade einmal elf Brutpaaren kurz vor dem Aussterben. Heute seien es landesweit mehr als 800 Brutpaare, sagte Birkner.

Der Luchs ist seit mehr als zehn Jahren im Harz wieder heimisch, nachdem er seit 1818 ausgestorben war. Zwischen 2000 und 2006 wurden insgesamt 24 nachgezüchtete Luchse ausgewildert. Längst werden sie nicht mehr nur im Harz, sondern auch im Solling, Elm, Hainberg oder im Eichsfeld gesichtet. Und im jeden Jahr gibt es Nachwuchs. Mehr als 60 Jungtiere sind es bislang.

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