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Der Norden Auf dem Weg in ein neues Leben
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12:40 12.09.2013
Flüchtlinge aus Syrien kommen im Grenzdurchgangslager Friedland an. Quelle: dpa
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Friedland

Die im Grenzdurchgangslager Friedland untergebrachten syrischen Flüchtlinge müssen nach Einschätzung von Lagerpastor Martin Steinberg intensiv psychologisch betreut werden. Viele der Neuankömmlinge stünden sichtlich unter dem Eindruck der schrecklichen Erlebnisse in ihrer Heimat, sagte Steinberg am Donnerstag. Am Mittwoch waren auf dem Flughafen Hannover die ersten 107 von insgesamt 5000 syrischen Flüchtlingen eingetroffen, die Deutschland im Rahmen eines UN-Hilfsabkommens aufnehmen will.

Die Menschen seien Zeuge von Entführungen, Tötungen oder anderen Verbrechen gewesen. "Eine Aufarbeitung dieser Dinge ist hier nicht möglich", sagte Steinberg. Nach dem zweiwöchigen Friedland-Aufenthalt und der Ankunft in Gemeinden in den verschiedenen Bundesländern sei systematische professionelle Hilfe erforderlich. Es müssten gezielt Programme zur therapeutischen Unterstützung der Kriegsflüchtlinge aufgelegt werden. Unter den 107 Flüchtlingen sind etwa 40 Kinder und 5 erwachsene Rollstuhlfahrer.

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In Friedland werden schon seit Beginn der Bürgerkrieges im Jahr 2011 regelmäßig Asylbewerber aus Syrien aufgenommen. Anders als die am Mittwoch eingetroffenen Flüchtlinge haben sie sich auf eigene Faust nach Deutschland durchgeschlagen.

Die Neuankömmlinge seien sehr erschöpft, aber auch froh gewesen, endlich angekommen zu sein, sagte Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer. Sie werden jetzt im Schnelldurchlauf auf ihr Leben in Deutschland vorbereitet. Am Donnerstag erhielten sie zunächst etwas Taschengeld und Papiere. Anträge wurden ausgefüllt und bei Bedarf Ärzte aufgesucht.

Für die erwachsenen Flüchtlinge beginnen am Montag sogenannte Wegweiserkurse, in denen sie die ersten Deutschkenntnisse erlangen und Informationen zu Schulen, Kitas und Behörden erhalten sollen. Noch vor dem Wochenende werden sie erfahren, auf welche Bundesländer sie verteilt werden. In Friedland ist man darauf eingestellt, dass ab jetzt alle zwei Wochen bis zu 150 Flüchtlinge aus Syrien eintreffen.

dpa

12.09.2013
Klaus Wallbaum 11.09.2013