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Der Norden Tatwaffe im Fall Lena bleibt verschwunden
Nachrichten Der Norden Tatwaffe im Fall Lena bleibt verschwunden
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19:32 09.04.2012
Von Saskia Döhner
Foto: Ein Polizeitaucher steigt in den Wallgraben von Emden, um nach der Tatwaffe im Mordfall Lena zu suchen.
Ein Polizeitaucher steigt in den Wallgraben von Emden, um nach der Tatwaffe im Mordfall Lena zu suchen. Quelle: dpa
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Emden

Zwei Wochen nach dem Mord an der elfjährigen Lena in Emden fehlt von der Tatwaffe jede Spur. Polizeitaucher hatten die Kanäle in den Wallanlagen nach Beweisen abgesucht. Am Sonntag wurde der Einsatz beendet, die Beamten ermitteln nun vor allem im Umfeld des 18-jährigen Täters, der die Tötung des Mädchens gestanden hat. Es wird auch überprüft, ob der junge Mann für weitere Übergriffe gegen Kinder in der Region verantwortlich ist, etwa für den Angriff auf einen Jungen nahe dem Emder Bahnhof am 1. März.

Die Polizei macht weiterhin keine Aussage dazu, wie die elfjährige Lena am 24.März in einer Parkgarage ums Leben gekommen ist. Dies sei Täterwissen, sagte eine Sprecherin. Medienberichten zufolge soll der junge Mann die Schülerin vergewaltigt und dann erwürgt haben. Danach soll er noch auf das Kind eingestochen haben. Der 18-Jährige hat zwar die Tötung zugegeben, zum sexuellen Missbrauch sagte er allerdings nichts und berief sich auf Erinnerungslücken.

Die Stadt Emden will den Schülern den Schulbeginn nach der Bluttat erleichtern. Auch Psychologen sollen als Berater eingesetzt werden. Am Donnerstag geht die Schule in Niedersachsen wieder los. Heute gibt es ein Treffen zwischen Vertretern der Stadt und den Leitern der betroffenen Schulen, um den Ablauf des ersten Schultags zu besprechen.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, kritisierte unterdessen Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Wendt sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass der Minister bei den internen Ermittlungen gegen Polizeibeamte voreingenommen sei: „Ich gehe von keinem fairen Verfahren aus, weil Uwe Schünemann als oberster Dienstherr das Ergebnis bereits vorweggenommen hat.“ Schünemann hatte einzelnen Polizisten schwere Fehler vorgeworfen. Gegen zwei Beamte aus Aurich laufen interne Ermittlungen.

Der 18-Jährige hatte sich im Herbst 2011 selbst angezeigt, weil er ein Jahr zuvor - im Oktober 2010 - ein siebenjähriges Mädchen in seiner Wohnung nackt fotografiert hatte. Bei den Aufnahmen hatte ihn damals seine Mutter erwischt. Zu einer Hausdurchsuchung war es nie gekommen, obwohl die Staatsanwaltschaft dies im Dezember 2011 beantragt hatte.