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Der Norden Kein Regen in Sicht: Bauern kommen zunehmend in Not
Nachrichten Der Norden Kein Regen in Sicht: Bauern kommen zunehmend in Not
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06:00 09.07.2018
In vielen Regionen war das Wetter in diesem Frühjahr zu trocken. Quelle: dpa
Hannover

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat Hilfe für die notleidenden Bauern angekündigt. „Das ist keine Jammern, das ist eine Katastrophe“, sagte der Hauptgeschäftsführer des niedersächsischen Landvolks, Helmut Brachtendorf, dieser Zeitung. Wintergerste und Raps seien wegen des Wassermangels zu schnell und nicht vollständig gereift. Die Erträge hätten sich dadurch halbiert. Das Futter für die Kühe gehe aus, weil kein Gras mehr nachwachse. Die Lage sei für viele Betriebe schwierig. „Das kann existenziell werden“, warnte Brachtendorf. „Wenn es jetzt regnet, sieht es für Kartoffeln, Mais und Rüben besser aus.“ Aber die Aussichten seien nicht gut. „Das ist schon ein Desaster.“

Erhebliche Ernteausfälle

„In diesem Jahr sind massive Trockenschäden in weiten Teilen Niedersachsen und auch in benachbarten Bundesländern festzustellen“, sagt die Sprecherin des Agrarministeriums, Natascha Manski. Da nach den aktuellen Wetterprognosen auch in naher Zukunft nicht mit Niederschlägen zu rechnen sei, werde in vielen Betrieben das Winterfutter knapp werden. „Insgesamt kann man davon ausgehen, dass es in ganz Niedersachsen zu erheblichen Ernteausfällen kommen wird“, sagte Manski.

Um die Not der Bauern zu lindern, will Agrarministerin Otte-Kinast ab Mitte Juli Öko-Grünland als Futterflächen freigeben. Landwirte dürfen diese Brachen dann ausnahmsweise beweiden und mähen. Laut Ministerium können Landwirte außerdem Liquiditätshilfen der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Anspruch nehmen, wenn die Einbußen mindestens 30 Prozent betragen.

Borkenkäfer greift Wälder an

Auch der Wald leidet unter dem Wassermangel. Der ausbleibende Regen führt zu hoher Waldbrandgefahr in ganz Niedersachsen. Die beiden höchsten Warnstufen gelten derzeit in den Landkreisen Celle, Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg. Die Waldbrandüberwachungszentrale der Landesforsten in Lüneburg war bereits an 65 Tagen in diesem Jahr besetzt – im gesamten Jahr 2017 waren es aufgrund der Regenfälle lediglich 32 Tage. Laut Landesforsten-Sprecher Mathias Aßmann wurden bis Anfang Juli 245 Brände an die Feuerwehren gemeldet. Im Vorjahr waren es insgesamt 163. „Eine richtige Entspannung könnte nur ein heftiger und andauernder Landregen bringen“, sagte Aßmann.

Auch den fast vier Millionen jungen Bäumen, die die Landesforsten im vergangenen Herbst und im Frühjahr gepflanzt haben, fehlt es an Feuchtigkeit. Und es gibt ein weiteres Problem im Wald: Von den hohen Temperaturen und der trockenen Witterung profitieren die Borkenkäfer. Die Schädlinge könne sich in den vom Orkan Friederike im Januar zahlreich umgestürzten Fichten massenhaft vermehren. „Das ist vor allem im Harz ein Thema“, sagte Aßmann.

Eine weitere Folge der regenarmen Wochen: Die Flüsse trocknen aus. Die Elbe führte am Wochenende bei Dömitz nur noch 35 Zentimeter Wasser. Nach den Prognosen soll der Pegel sogar bis auf 10 Zentimeter absinken. Die Aller hatte bei Rethem nur noch einen Pegel von 55 Zentimetern, die Leine in Herrenhausen 78 Zentimeter. Die Wetteraussichten: Es bleibt trocken und warm.

Von Marco Seng

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