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Der Norden Tuberkulose in der JVA Sehnde: Zwei weitere Insassen infiziert
Nachrichten Der Norden Tuberkulose in der JVA Sehnde: Zwei weitere Insassen infiziert
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15:44 12.07.2019
In der JVA Sehnde sind mittlerweile zwei weitere Insassen an Tuberkulose erkrankt. Quelle: Achim Gückel
Hannover/Sehnde

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde werden derzeit zwei weitere mit Tuberkulose (TBC) infizierte Insassen behandelt. Damit ist der Ausbruch der ansteckenden Lungenkrankheit noch immer nicht eingedämmt. Möglicherweise hat sogar ein weiterer Häftling das Bakterium ins Gefängnis Rosdorf bei Göttingen transportiert – er war für kurze Zeit in Sehnde untergebracht. Im Januar starb ein Häftling in der JVA an Tuberkulose, im Juni gab es eine zweite Ansteckung.

Laut Hans-Christian Rümke, Sprecher des Landesjustizministeriums, seien die beiden jetzigen Insassen zwar erkrankt, müssten aber nicht isoliert werden. „Es herrscht eine hohe Sensibilität“, sagt er. Zudem wurde das Gesundheitsamt eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt darüber hinaus, ob es beim ersten Fall Versäumnisse bei der Eingangsuntersuchung gab. Der 35-jährige Somalier hatte vor seinem Tod den zweiten Insassen angesteckt – dieser wird seitdem im Gefängniskrankenhaus Lingen behandelt. Nach Bekanntwerden der TBC-Fälle mussten 24 Gefangene und 25 Bedienstete untersucht werden, die mit den Erkrankten Kontakt hatten.

Tuberkulose in die JVA Rosdorf gebracht?

Nach HAZ-Informationen scheinen die Schutzmechanismen noch immer nicht gänzlich zu funktionieren. Demnach soll ein Häftling aus der JVA Rosdorf, der zwischenzeitlich für wenige Tage in Sehnde untergebracht war, erkrankt zurückgekehrt sein. Rümke kann dies auf Nachfrage aber nicht bestätigen: „Uns und der Anstaltsleitung liegen diesbezüglich keine Erkenntnisse vor.“

In Hildesheim hingegen kam eine TBC-Erkrankte ins Frauengefängnis und wird jetzt nach ihrer Entlassung draußen weiterbehandelt. Im Zuge der späteren Kontrolle wurde TBC auch bei drei Bediensteten und sechs Insassen nachgewiesen. Möglicherweise sei dies aber auch auf eine frühere Impfung gegen Tuberkulose zurückzuführen.

Auswirkungen auf den Gerichtsalltag

Die TBC-Fälle haben sogar Auswirkungen auf den Gerichtsalltag. Während eines Prozesses gegen drei mögliche Drogendealer wurden am Donnerstag Bedenken laut, einer der Angeklagten sei erkrankt – der 28-Jährige sitzt derzeit in Sehnde in Untersuchungshaft. Demnach gebe es dort derzeit sogar 17 Verdachtsfälle. Das Ministerium bestreitet das, zudem sei der Angeklagte gesund. „Es wurden alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt“, sagt Rümke. Das bestätigt auch ein ärztliches Attest von Anfang Juli, auf das das Gericht letztlich verwies.

Von Peer Hellerling

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