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Der Norden Zahl der Verkehrsunfälle steigt: Radfahrer leben gefährlich
Nachrichten Der Norden Zahl der Verkehrsunfälle steigt: Radfahrer leben gefährlich
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21:13 27.02.2019
Im vergangenen November wurde eine Radfahrerin in Neustadt schwer verletzt – offenbar hatte der Lkw-Fahrer die Radfahrerin beim Abbiegen übersehen. Quelle: Kathrin Götze
Hannover

Nach Jahren des Rückgangs sind 2018 wieder mehr Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr gestorben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, gab es im vergangenen Jahr bundesweit 3265 Verkehrstote – das ist ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, zugleich aber der drittniedrigste Stand seit 1950. Auch auf Niedersachsens Straßen kamen mehr Menschen ums Leben: Landesweit wurden 424 Verkehrstote gezählt – 19 mehr als 2017 (plus 4,7 Prozent). Es handelt sich um vorläufige Zahlen von Januar bis November.

Die Statistiker führen das vor allem auf einen Anstieg bei den getöteten Fahrrad- und Motorradfahrern zurück. Bundesweit kamen 342 Fahrradfahrer ums Leben, 50 mehr als im Vorjahr. Das bedeutet eine Zunahme um fast 14 Prozent.

55 Radfahrer kommen in Niedersachsen ums Leben

In Niedersachsen wurden 2018 mit 55 Fahrradfahrern acht Menschen mehr getötet, was einen Anstieg um 17 Prozent bedeutet. Bei Unfällen mit E-Bikes, die zu Fahrrädern zählen, ist der Anstieg sogar noch stärker: 18 Fahrer von sogenannten Pedelecs erlagen landesweit ihren Verletzungen – 50 Prozent mehr als 2017. Hinzu kamen bundesweit 699 getötete Motorradfahrer, 79 davon in Niedersachsen.

Aktuelle Zahlen für Hannover und das Umland gibt es bisher nicht. 2017 gab es hier nach Angaben der Region Hannover 2241 Fahrradunfälle. Dabei kamen acht Radler ums Leben – einer mehr als 2016.

Experten sehen in dem schönen Wetter einen Grund für die steigende Zahl an Fahrradfahrern unter den Opfern – aber nicht ausschließlich. „Wir beobachten schon länger eine Zunahme bei den Fahrradunfällen“, sagt Heiko Johannsen, Leiter der Unfallforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Viele Städte machen den Fahrradverkehr attraktiver und bewegen so Menschen zum Umstieg. Mehr Fahrradfahrer bedeuten mehr Fahrradunfälle.“

ADFC fordert Abbiegeassistenten

Für 2018 spricht Johannsen zudem von einem Einzeleffekt. „Man konnte sich am Montag den Wetterbericht ansehen und wusste: Ich kann die ganze Woche mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und muss nicht an Regenkleidung denken.“ Der überproportionale Anstieg von E-Bike-Fahrern unter den Todesopfern sei nicht alarmierend. E-Bikes „sind nach unseren Untersuchungen nicht gefährlicher als gewöhnliche Fahrräder“, sagt Johannsen. Der Anteil der Pedelecs steige, darum gebe es mehr Unfälle. Zudem sei der Altersdurchschnitt der Pedelec-Fahrer höher. Ältere Menschen hätten ein höheres Verletzungsrisiko.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) macht die Politik für die gestiegenen Unfallzahlen verantwortlich. „Es fehlt die Bereitschaft, die notwendige Infrastruktur für die steigende Zahl der Fahrradfahrer zu schaffen“, sagt der ADFC-Landesvorsitzende Dieter Schulz. Er sieht ein besonderes Problem bei rechts abbiegenden Lkw. „Wir fordern seit Jahren, Lkw mit Abbiegeassistenten auszustatten. Aber das hört ja keiner.“

Von Karl Doeleke

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