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Der Norden Wilhelmshaven wehrt sich
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21:04 12.05.2014
Von Karl Doeleke
Vergangene Woche sollen mehrere Jugendliche ein 14-jähriges Mädchen überfallen und beraubt haben. Quelle: Jan-Philipp Strobel (Symbolfoto)
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Wilhelmshaven

Nach dem brutalen Überfall auf eine 14-Jährige soll am Mittwoch in Wilhelmshaven ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt werden. In der Innenstadt ist eine Kundgebung geplant. Nach Angaben der Veranstalter sollen auf dem Valois-Platz 250 bis 300 Leute zu einem sogenannten Flashmob zusammenkommen. „Wir wollen zeigen, dass wir solche Gewalt in Wilhelmshaven nicht tolerieren, schon gar nicht an Kindern“, sagte eine der Veranstalterinnen, Jacki Lynn Meyer.

Vergangene Woche sollen mehrere Jugendliche ein 14-jähriges Mädchen überfallen und beraubt haben. Ein 17-Jähriger sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Eine 17-Jährige wurde in eine Jugendhilfeeinrichtung außerhalb Wilhelmshavens gebracht. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen die Jugendlichen wegen Raubverdachts.

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Was in Wilhelmshaven zusätzlich für Bestürzung sorgt: Die Tat wurde von mehreren Zeugen beobachtet. Statt einzugreifen und dem Mädchen zu helfen nahmen die Zeugen den brutalen Überfall mit dem Handy auf. Die Bilder zeigen, wie die Täter das bereits am Boden kauernde Mädchen mehrfach schlagen und gegen den Kopf treten. Aus dem Hintergrund sagt jemand: „Wenn du meinen Namen nennst, bringe ich dich um.“ Wenig später standen die Bilder im Internet.

Nach Worten der Oldenburger Oberstaatsanwältin Frauke Wilkens ermittelt ihre Behörde außer gegen die beiden 17-Jährigen noch gegen neun weitere Personen. Sie sollen entweder an der Raubtat beteiligt gewesen sein oder sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar gemacht haben. Selbst bei der Polizei ist man schockiert über die Brutalität: „Das Vorgehen hat uns sehr erschreckt“, sagt eine Sprecherin. „Viele der Zeugen hatten ein Telefon dabei, aber niemand hat Hilfe gerufen. Das Geschehen wird auf den Videos kommentiert, aber niemand greift ein.“ Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU) will sich zu der Angelegenheit nicht äußern.

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