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Wolfsburg: Hund in Auto eingesperrt - Besitzer wehrt sich gegen Vorwürfe

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11:39 22.07.2020
Ladestationen am E-Mobility Cube: Hier befreite die Feuerwehr am Wochenende einen Hund aus einem Auto.
Ladestationen am E-Mobility Cube: Hier befreite die Feuerwehr am Wochenende einen Hund aus einem Auto. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

Wegen eines Hundes im Auto rückten am Sonntag Polizei und Feuerwehr auf dem Willy-Brand-Platz an. Doch der Halter des Hundes sagt, sein Vierbeiner sei gar nicht in Not gewesen. Sein elektrisch angetriebener ­E-Golf habe mit laufender Klimatisierung an einer Ladesäule gestanden. „Das Wohl des Tieres war zu keiner Zeit gefährdet. Dass ich nun wegen Tierquälerei angezeigt werden soll, hat mir schlaflose Nächte bereitet“, sagt der 35-Jährige (Name der Redaktion bekannt).

Eine Frau sieht den Hund im Auto am Bahnhof und wählt den Notruf

Am Sonntag hatte der Rühener seinen Wagen für etwa 45 Minuten am Bahnhof abgestellt und seinen Hund im Auto gelassen, nicht ohne über die App die Standklimatisierung des E-Golfs zu aktivieren. In der Zwischenzeit sah eine Frau den Hund hechelnd im Auto und wählte den Notruf. Die Berufsfeuerwehr zerstörte eine Seitenscheibe und holte den Hund aus dem Auto. „Die App hat mich dann benachrichtigt, dass die Alarmanlage ausgelöst hat“, sagt der 35-Jährige.

Laut des Hundehalters war die Klimaanlage im Fahrzeug in Betrieb

Als er zum Fahrzeug kam, habe er als Tierquäler dagestanden. „Das Fahrzeug war aber klimatisiert“, beteuert er. Nun versucht der Hundehalter, über VW einen Nachweis dafür zu erlangen. Er habe die Polizei vor Ort darauf hingewiesen, dass die Klimaanlage hörbar in Betrieb und der Innenraum kühl gewesen sei. „Davon stand im Polizeibericht nichts.“ Dass der Hund gehechelt habe, könne durchaus möglich sein. „Hunde hecheln auch, wenn sie Stress haben – und den hatte er wohl auch, bei mehreren fremden Leuten am Auto“, meint der 35-Jährige. Zuvor sei er noch mit dem Hund Gassi gegangen.

Polizei rät, Tiere grundsätzlich nicht im Auto zurückzulassen

„Natürlich habe ich auch daraus gelernt“, sagt der Rühener. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen, aus Sorge davor, doch als Tierquäler gebrandmarkt zu werden. Nun will er in ähnlichen Situationen künftig mit einem Zettel darauf hinweisen, dass das Fahrzeug klimatisiert ist. Nicht jeder wisse, dass E-Autos über die Möglichkeit der Standklimatisierung verfügten. Vielleicht sei auch ein sichtbares Thermometer im Auto eine Idee.

Hund im Auto: Die Polizei rät davon ab, Tier im Fahrzeug zu lassen – auch wenn die Klimaanlage eingeschaltet ist. Quelle: dpa-tmn

Polizeisprecher Sven-Marco Claus rät trotzdem davon ab, überhaupt ein Tier im Auto zu lassen. Schließlich lasse sich von außen nur schwer beurteilen, wie es dem Tier im Fahrzeug gehe. „Wer Kinder oder Tiere im Fahrzeug lässt, muss damit rechnen, dass Polizei und Feuerwehr zum Wohle des Kindes oder des Tieres ihre Maßnahmen treffen“, sagt Claus.

Von Christian Opel