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Kultur „Ayka“: Albtraum einer Emigrantin
Nachrichten Kultur „Ayka“: Albtraum einer Emigrantin
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06:00 18.04.2019
Sie wird von allen ausgebeutet, aber gibt nie auf: Ayka (Samal Yeslyamova). Quelle: Foto: Neue Visionen
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Hannover

Aykas Schicksal gleicht einem Albtraum: Moskau ist für die kirgisische Emigrantin die Hölle auf Erden. Auf illegalen Wegen ist sie in die russische Hauptstadt gelangt.

Gerade hat Ayka (Samal Yeslyamova) ein Kind geboren. Doch lässt sie es im Krankenhaus zurück und eilt unter Schmerzen in eine Geflügelfabrik, wo sie unter miserablen hygienischen Bedingungen arbeitet. Sie braucht das Geld zum Überleben. Ihr Arbeitgeber verschwindet, ohne ihr ihren Lohn zu zahlen.

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Samal Yeslyamova wurde in Cannes mit dem Silbernen Bären gekürt

Drastisch realistisch wirken diese Bilder: Der Film „Ayka“ des kasachischen Regisseurs Sergey Dvortsevoy ist nur schwer zu ertragen. Hungrig hetzt die Titelheldin durch die unwirtliche Stadt, auf der Suche nach Arbeit, nach Unterkunft und nach Menschlichkeit. Skrupellos wird sie von allen ausgenutzt. Doch Ayka gibt nicht auf.

Erschreckend ist all dies vor allem deshalb, weil Samal Yeslyamova so unfassbar authentisch wirkt – für ihre Rolle wurde sie in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Zuschauer hat das Gefühl, einen Dokumentarfilm zu sehen. Dieser Film zwingt zum Hinsehen. Es gibt viele Schicksale wie das von Ayka.

Von Ernst Corinth