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Kultur „Mein Bester & ich“ – Ziemlich bestes Remake
Nachrichten Kultur „Mein Bester & ich“ – Ziemlich bestes Remake
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06:00 20.02.2019
Raufen sich zusammen: Philip Lacasse (Bryan Cranston, links) und sein Pfleger Dell Scott (Kevin Hart). Quelle: Foto: Constantin
Hannover

Die Story, die 2011 weltweit ein Kinowunder auslöste, ist einfach: Schwarzer Kleinkrimineller bewirbt sich pro forma um einen Job als Pfleger, um weiter Arbeitslosenunterstützung zu kassieren. Ihm geht es nur um die benötigte Unterschrift. Gegen alle Warnungen stellt der durch einen Unfall ab dem Hals gelähmte Milliardär den respektlosen Kerl mit der großen Klappe ein. Und trotz aller sozialen und intellektuellen Unterschiede werden sie „Ziemlich beste Freunde“.

Neil Burgers Remake überrascht mit Humor und Ernsthaftigkeit

In Frankreich lösten 20 Millionen ein Kinoticket für diese Tragikomödie, in Deutschland waren es neun Millionen. Muss da wirklich ein US-Remake her? Skeptiker werden sich die Augen reiben. Neil Burger erzählt mit viel (Galgen)Humor, und Ernsthaftigkeit vom Zusammenprall der Klassen und der immensen Kraft, das Leben zu schultern, so wie es ist.

Da die Handlung auf der Autobiografie von Philippe Pozzo di Borgo beruht, halten sich Änderungen in Grenzen. Aus dem Pariser Stadtpalais wird ein Penthouse in New Yorks schicker Park Avenue, die Rolle der Hausdame ist größer und mit mehr Erotik angelegt, prominent besetzt mit Nicole Kidman. Philippe heißt jetzt Philip (Bryan Cranston) und Driss nun Dell (Kevin Hart), der Frau und Söhnchen vernachlässigt und Aretha Franklin verehrt.

Cranston und Hart bieten Überragendes in ihren Rollen

Geblieben ist vor allem die funktionierende Dynamik zwischen den so unterschiedlichen Männern, fehlen darf nicht die „Orgie“, in der eine Prostituierte die Ohrläppchen von Philip massiert, das Rauchen eines Joints, Dells Verwunderung über einen singenden Baum in der Oper und am Ende der schon legendäre Gleitschirm-Tandemflug. Und wenn Dell an der Bedienung der Hi-Tech-Dusche fast verzweifelt, gibt es auch was zu lachen.

Cranston spielt nuanciert bis in die letzte Faser seines unbeweglichen Körpers. Und Hart, der nach Vorwürfen, 2010 und 2011 homophobe Tweets in die Welt gesetzt zu haben, trotz der Vorstöße von Ellen DeGeneres bei seiner Absage als Gastgeber der Oscar-Verleihung blieb, beweist, dass er mehr kann als den Gute-Laune-Entertainer zu markieren.

Die ausbalancierte Neuversion bewahrt bis auf wenige Ausrutscher den Charme des Originals und was sich wie ein kitschiges Behindertenmärchen anhört, wird zur Reflexion darüber, was es heißt, den Körper nicht mehr kontrollieren zu können, von anderen abhängig zu sein und sich gegen Mitleid wehren zu müssen.

Von Margret Köhler / RND

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