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Kultur lokal Gefeiertes Konzert im Doppelpack
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18:28 04.10.2009
Der „Liederkranz“ Enzen Hobbensen wartete beim Konzert in St. Martini mit einer abwechslungsreichen Darbietung auf. Quelle: Grabowski

Nach den Begrüßungsworten von Cornelia Pönnighaus, die wegen der Erkrankung ihren Gatten, den Oberprediger, vertreten musste, wartete die von Michael Mensching kundig geführte große Bläsergarde geschmackvoll musizierend mit dem kurzen, aber fulminanten Stück „Towers and chimneys“ aus Partita for Band auf, um dann volltönend das farbenfrohe Allegro der Holst´schen „Second Suite“ vorzuführen. Effektreich setzte die Truppe, von der es in Deutschland laut Mensching nur etwa 14 gibt, außerdem eindringlich den „Deep River“ in Szene und danach Vaughan–Williams fröhlichen Reigen der „Folk-Songs from Sommerset“, dem sich Wilbys „As the Deer“, die melodische Vertonung des Psalmes 42, anschloss.

Aber die Band, deren Vorgänger früher im Gottesdienst gern mal als „Orgelersatz“ eingesetzt worden ist, konnte beweglich und munter noch mehr bieten, zum Beispiel Zeitgenössisches, wie Richards wohlproportioniertes „Calling Cornwall“ oder Fernies melodiöses „Alleluja sing to Jesus“. Später verabreichte die Crew mit gut genährtem Sound dem rasanten „Floral Dance“ der Katie Moss den dazugehörigen Drive, und Jones pikanter „Soul Bossa Nova“ war in dem vielbeklatschtem bunten Streifzug ebenfalls schwungvoll vertreten. Zum Schluss spornte Mensching die Seinen erneut zu beachtlichem Miteinander an, indem er ihnen beim rhythmischen „Dances with wolves“ von Barry die Wege zu ausbalancierten Nuancen zeigte.

Auch bei den abwechslungsreichen Darbietungen des von ihrem langjährigen Leiter Manfred Neumann am Klavier begleiteten Männerchores mangelte es keinen Moment an eindringlichen Klangbildern. Los ging es mit den Sangesbrüdern, als diese ohne jede Verkrampfung und doch voller Inbrunst den ausladenden „Ambrosianischen Lobgesang“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“ vermittelten. Die ansprechende Lied-Mischung lief im schön abgestuften „Dir singen wir – Amin“ fort und mündete in den andächtig ausgekosteten Werken „Pie jesu“ (Webber) sowie „Dank sei Dir, Herr“ (Händel). Beim frisch und fröhlich erschallenden „Lobt den Herrn der Welt“ aus Purcells Feder und McBrooms emotionalem Lied „Die Rose“ fühlten sich die Herren stimmlich ebenfalls hörbar zu Hause. Zudem schwor das große Ensemble Fischers „Frieden“ die nötige Leidenschaft nicht ab und stattete die Spirituals „Swing Low“ sowie „Rock my soul“ mit pulsierenden Momenten aus. Entsprechend freudig applaudierten die vielen Anwesenden den Mannen und deren Tenor- sowie Bariton-Solisten. Nach dem von sämtlichen Mitwirkenden bestrittenen Finale mit „Bleib bei mir Herr“ gab es wiederum anhaltende Beifallsbekundungen. Dietlind Beinssen

Mitten hinein in einen literarischen Salon des 19. Jahrhunderts entführt die Sängerin und Rezitatorin Beate Josten mit ihrem aktuellen musisch-literarischen Programm „Im Salon der Elise von Hohenhausen“. Gemeinsam mit Jochen Mühlbach und Aaron Bredemeier gastiert sie am Sonntag, 1. Novemver, 17 Uhr, im Stift Obernkirchen, um sich dem Leben und Werk der Schriftstellerin und Übersetzerin Elise von Hohenhausen (1789-1857) zu widmen. Diese wirkte drei Jahrzehnte lang in der preußischen Provinz und gab dort oft und gerne die „Salonière“.

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Jugendbanden, soziale Konflikte und Gewalt, das ist der Stoff für Filme wie „West Side Story“, „The Outsiders“ oder „Rumble Fish“. Regisseur Rainer Matsutani hat sich große Vorbilder für seinen Film „Gangs“ ausgesucht. Doch sehr schnell wird deutlich, dass er an sie nicht heranreicht. Die Brüder Jimi Blue und Wilson Gonzalez Ochsenknecht tragen zwar Lederjacken, wirken jedoch viel zu weich, um glaubhaft harte Kerle zu verkörpern.

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So mancher Dichter ist erst nach seinem Tode zu richtig großem Ruhm gelangt. Dieses Schicksal teilt auch der schwedische Journalist Stieg Larsson, der 2004 im Alter von 50 Jahren nach einem kräftezehrenden Schaffensrausch einem Herzinfarkt erlag und kurze Zeit später mit einer 2000 Seiten dicken Krimitrilogie die Bestsellerlisten in aller Welt stürmte. Es sieht so aus, als würde der tote Autor vor einem neuen Triumph stehen. Heute läuft die Verfilmung von Larssons „Millenium Trilogie“ an. Und der erste Teil mit dem Titel „Verblendung“ dürfte auch Larsson-Leser in Hochspannung versetzen, die schon wissen, wie das Ganze endet.

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