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Kultur überregional 111 Gründe, das Derby zu lieben
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20:32 05.09.2013
Von Uwe Janssen
Eine gesunde Rivalität soll jedoch bleiben: In einer gemeinsamen Klönrunde wünschten sich die Lesekontrahenten gegenseitig freundlich den Abstieg. Quelle: Janssen
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Hannover

Das Derby im November zwischen den beiden niedersächsischen Bundesliga-Kontrahenten wirft seine Schatten voraus. Und während im Vorfeld schon munter Feindseligkeiten, teils unter der Geschmacksgrenze, ausgetauscht werden, suchen manche Fußballfreunde furchtlos den Kontakt mit der anderen Seite. Und siehe da - das kann ganz unterhaltsam sein.

So wie nun auf der Bühne im Brauhaus Ernst August, wo die nahe gelegene Buchhandlung Decius regelmäßig ihre „Literaturtankstelle“ öffnet, um regionale Autoren zu präsentieren. Diesmal ging’s eben um Fußball, und das nicht nur wegen des Spiels der Spiele. In der Buchreihe „111 Gründe“ hat sich der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf 20 Traditionsvereine der ersten und zweiten Bundesliga vorgeknöpft und bringt die Bücher in diesem Herbst nach und nach heraus. Die „111 Gründe, Hannover 96 zu lieben“ und die „111 Gründe, Eintracht Braunschweig zu lieben“ sind bereits erschienen, und die Autoren haben eine Grund-Auswahl nun vorgestellt.

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An dem paritätisch geschmückten Tisch nahmen - nach dem Vorprogramm mit Hobbykicker und Profiautor Kersten Flenter - zunächst Stephanie Ristig-Bresser und Michael Bresser Platz. Sie ursprünglich aus dem Harz, er aus Recklinghausen, beide aber längst Hannoveraner und Fans der „Roten“. Ihre 111 Gründe für Hannover 96 sind gesammelte Anekdoten, in denen einem Namen begegnen wie Siggi Reich, Jürgen Rynio, „Stumpen-Fredo“ (Henze) und der offizielle hannoversche Fußballgott Carsten Linke. Auf der Bühne im Brauhaus-Club reichen die beiden zudem einen Live- Ticker des DFB-Pokalendspiels aus dem internetlosen Jahr 1992 nach.

Etwas ironischer ging Gegenpart Axel Klingenberg zu Werke. Der Braunschweiger Autor („Im Meisterjahr gezeugt“) hat sein ganzes Leben mehr oder minder mit der Eintracht verbracht und ist glühender Bewunderer von BTSV-Coach Torsten Lieberknecht. Ein bisschen Gefrotzel über den ewigen Rivalen konnte er sich weder im Buch noch auf der hannoverschen Bühne verkneifen, obwohl er beim Auswärtsspiel nur zwei Braunschweiger als Unterstützung im Publikum hatte.

In der „Höhle des Löwen“, wie Moderator Henning Chadde es in einem gefährlichen Sprachbild nannte, wähnte sich Klingenberg dennoch nicht. Auch weil an diesem Abend alle ausgesprochen nett zueinander waren.

Klar war auch: Randale rund um das Spiel wünscht sich niemand. Die Autoren haben sich, wie Ristig-Bresser berichtete, mit anderen Kreativen beider Lager kürzlich auf neutralem Peiner Boden zum Ideenaustausch getroffen. Eine gesunde Rivalität soll jedoch bleiben: In einer gemeinsamen Klönrunde wünschten sich die Lesekontrahenten gegenseitig freundlich den Abstieg und sich selbst alles Gute. Na, dann: Das Derby kann kommen!

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