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Kultur überregional Das Billy im Popregal
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00:26 07.03.2015
Von Uwe Janssen
Foto: Im Eiltempo durch die Abba-Jahre: Die „Abba – The Show“ in der Swiss-Life-Hall.
Im Eiltempo durch die Abba-Jahre: Die „Abba – The Show“ in der Swiss-Life-Hall. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Pop- und Rockstardarsteller haben in Deutschland einen regen Zulauf. Egal, ob Queen, Pink Floyd, Genesis oder Beatles, die Kopiermaschine läuft auf Dauerbetrieb. Diesmal waren die Abba-Darsteller wieder dran. In Hannovers Swiss-Life-Hall feierte das Publikum alte Hits und alte Zeiten.

Um Abba zu dimensionieren, zählt man am besten die Hits des teils unerklärbaren schwedischen Popwunders auf. Man schafft nicht alle. Und da es in ein Konzert sowieso nicht reinpassen würde, gibt es bei „Abba – The Show“ eben Ausgewähltes in ganzer Länge und dazu Best of the Rest in Medleys. Dass die Musik der Schweden nicht unmodern wird, zeigt die mit 2300 Fans gefüllte Halle. Abba ist das Billy-Regal im Popmobiliar. Gern genommen und jenseits aller Moden. Selbst, wenn es ein Imitat ist.     

Die Klone von Annifrid, Björn, Benny und Agnetha sind Landsleute, und sie sind auch genauso schrill angezogen wie die Originale, logisch. Sie singen ganz ähnlich, und alle weitere optische Ähnlichkeit ist Aufgabe der Stylisten und gelingt bei der blonden Camilla Dahlin am besten. Und so lassen sie mithilfe einer großen Band und eines kleinen Orchesters, die die Bühne füllen, den großen Hitregen auf das entzückte Publikum einprasseln: „Money, Money, Money“, „S.O.S.“, „Knowing Me, Knowing You“, „Eagle“, „Angeleyes“, „Voulez-vous“, „I Do I Do I Do I Do I Do“ vor der Pause, wobei bei letzteren Songs der „echte“ Abba-Saxofonist Ulf Anderson vor das Publikum gerufen und wie ein Museumstück präsentiert wird. In solchen Momenten vergisst man, dass im Gegensatz zu den Beatles, Queen, den Bee Gees oder Pink Floyd alle Abba-Mitglieder noch leben und sogar noch Musik machen. Nur eben nicht alle miteinander. Doch der Mythos war schon geboren, als die Band noch aktiv war. Auch deshalb funktionieren Abba-Tribute-Shows nach wie vor so gut. Zudem muss man ein solches Konzert nicht um ein paar Hits herumbauen und mit zurecht unbekanntem Material auffüllen. Es gibt Vertrautes im Überfluss.

Deshalb geht es nach der Pause auch im Eiltempo weiter: „Summer Night City“, „Take a Chance on me“, „The Winner Takes It All“, „Lay All Your Love On Me“, „Dancing Queen“, „Gimme, Gimme, Gimme“, „Super Trouper“, „So long“, „Does Your Mother know“. Es herrscht naturgemäß überwiegend Werktreue, und doch ist es schade, dass die Musiker sich nur ganz selten ein wenig vorwagen und Lieder interpretieren anstatt sie nachzuspielen. Es wäre schon deshalb interessant, weil es Interpretationen von Abba selbst nicht gibt, dazu war zwischen 1972 und 1982 schlicht zu wenig Zeit. Das schöne „Eagle“, mit knapp sechs Minuten das längste und vielleicht unterschätzteste Abba-Lied, gibt es immerhin in der ausführlichen Version.

Zum Schluss geht’s noch einmal zurück an den Anfang: „Waterloo“. Während sich ein paar Kilometer weiter der deutsche ESC-Vorentscheid anbahnt, stellen die Schweden in der Zugabe noch mal den Triumph von 1974 nach.
41 Jahre später ist ein ähnlicher Karrierestart wie damals wahrlich nicht in Sicht.     

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