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Kultur überregional Debakel um angeklebten Bart hat Konsequenzen
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16:21 28.01.2015
Die Goldmaske der Mumie des ägyptischen Königs Tutanchamun. Ein Mitarbeiter sei offenbar an den Bart der Maske gestoßen, der dann abgefallen sei. Quelle: Khaled Elfiqi/dpa
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Kairo/Mainz

Zuerst wollte das ägyptische Antikenministerium von den Gerüchten um die notdürftig restaurierte Totenmaske des Tutanchamun im Ägyptischen Museum nichts wissen - nun hat sie den Leiter der Restaurationsabteilung strafversetzt. Ilham Abdel Rahman müsse fortan seinen Dienst im Streitwagenmuseum verrichten, gab das Ministerium bekannt. Er werde durch einen Kollegen des Koptischen Museums ersetzt. Weitere Verantwortliche des Museums müssten sich einer Untersuchung stellen.

Die Maßnahme kommt eine Woche, nachdem Medien über einen missglückten Reparaturversuch an der berühmten goldenen Maske von Pharao Tutanchamun berichtet hatten. Der Bart der Maske war abgefallen und soll dann eilig mit Epoxidkleber wieder befestigt worden sein. Ägyptische Offizielle hatten die Berichte zunächst dementiert, am Wochenende jedoch Fehler zugegeben. 

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Der auf Metall spezialisierte Konservator Christian Eckmann vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz ist mit der Aufgabe betraut worden, die Maske zu begutachten und ein Konzept für das weitere Vorgehen auszuarbeiten. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte er am Mittwoch, ein Mitarbeiter sei offenbar beim Auswechseln eines Beleuchtungskörpers an der Panzerglasvitrine an den Bart gestoßen, der dann abgefallen sei. Schäden habe er bislang nicht feststellen können.

Die Klebung mit dem Kunstharz scheine stabil zu sein. „Es besteht also keine akute Gefahr für die Maske“, sagte Eckmann dem Blatt. „Ästhetisch wertvoll war die Restaurierung allerdings nicht.“ Sie sei hastig und nicht sauber durchgeführt worden. Epoxidharzkleber sei ein in der Restaurierung schwieriges Material, weil es sich nur schwer lösen lasse.

Eine Neurestaurierung hält Eckmann für „eine delikate Operation“, die aber machbar sei. Die Oberfläche von Goldobjekten sei einerseits sehr empfindlich, andererseits aber chemisch stabil. Es gebe behutsame mechanische Möglichkeiten, Kunstharz schadensfrei zu entfernen. Wie er den Bart fachgerecht befestigen würde, wisse er noch nicht. „Um das zu sagen, müsste ich das Innenleben des Bartes und die antike Befestigungsform genauer kennen“, sagte Eckmann der „FAZ“.

dpa

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