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Kultur überregional Klänge und Farben: Planet Messiaen
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00:00 27.03.2015
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Hannover

Klangbrücken“ - das neue Festival für zeitgenössische Musik, das die Staatsoper Hannover in Kooperation mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Musik 21 Niedersachsen künftig im jährlichen Turnus veranstaltet, ist ein Brückenschlag zwischen den hiesigen Institutionen und Ensembles, die sich der zeitgenössischen Musik widmen. Zugleich möchte das Festival das Verständnis für eine zunächst vielleicht ungewohnte Klangwelt fördern. Olivier Messiaen (1908-1992) ist einer der bedeutendsten und faszinierendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, mit seinem umfangreichen Werk hat er die Musik nach 1945 nachhaltig geprägt. Maßgeblich hat er Komponisten wie Karlheinz Stockhausen oder Pierre Boulez beeinflusst, dabei aber einen ganz eigenen Weg verfolgt - das Fundament seines Schaffens war seine Religiosität. Für den Katholiken Messiaen war seine Musik stets Gottesdienst, bis ins hohe Alter versah er regelmäßig sein Organistenamt an der Kirche St. Trinité (Bild links) in Paris. Die extreme Sinnlichkeit seiner Werke zeigt jedoch, dass er keineswegs ein weltabgeschiedener Asket war. Auf der Basis seines Glaubens schrieb er eine Musik von durch und durch diesseitigem Zauber - unter Einbeziehung von Vogelstimmen, fernöstlichen Rhythmen, Farb-Ton-Analogien oder mit der Verwendung ungewöhnlicher Tonskalen schuf er ein völlig neuartiges Strukturdenken. „Planet Messiaen“: Das Programm des Klangbrücken-Festivals präsentiert nicht nur einige von Messiaens wichtigsten Werken, wie etwa die „Couleurs de la cité céleste“ im Eröffnungskonzert, seinen letzten Orchesterzyklus „Éclairs sur l’Au-Delà“ im 6. Sinfoniekonzert, das berückende „Quatuor pour la fin du temps“, das im Januar 1941 in einem Kriegsgefangenenlager in Görlitz vor 400 Gefangenen uraufgeführt wurde, Messiaen selbst übernahm den Klavierpart, die „Oiseaux exotiques“ oder den „Catalogue d’oiseaux“, sondern verfolgt auch die Spuren Messiaens im Schaffen anderer Komponisten. So erscheint Messiaen wie ein Planet, dessen Gravita- tionsfeld bis in die jüngste Komponistengeneration weiterwirkt.

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