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Kultur überregional Klasse! Hannover singt!
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09:07 21.02.2015
Von Jutta Rinas
Chorbegeistert: Marlis Drevermann (re.) und Benedikt Poensgen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Mit 220 Chören mit je zwölf bis 80 Sängern gilt Hannover als heimliche Hauptstadt des Chorgesangs. Zählt man die Region dazu, wird die Zahl noch beachtlicher. Man kommt nach Angaben von Wolfgang Schröfel, dem Präsidenten des Niedersächsischen Chorverbandes, dann auf rund 400 Chöre.

Wie klangmächtig die Chorstadt Hannover ist, wie viele Menschen sich hier begeistert dem Singen widmen, kann man derzeit eindrucksvoll in der Tui-Arena erleben. Noch bis Sonntag tragen dort mehr als 30.000 Schulkinder aus Stadt und Region ihre Lieblingslieder vor. Allein gestern – zum Auftakt (siehe hierzu auch unser Bild) – kamen knapp 5000, um Volksliedklassiker oder bekannte Hits miteinander zu singen.

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Neuer Internetauftritt: Seit gestern ist auch die neue Website www.chorstadt-hannover.de online. Welche Chöre aktiv sind, Probenzeiten, Repertoire, – all das soll man hier künftig finden, sagte der städtische Leiter des Kulturbüros, Benedikt Poensgen, gestern. Das Portal sei ein Baustein, um „die Chorcommunity und die Stadtgesellschaft zu vernetzen“. Dort gibt es auch einen Kalender mit Chorkonzerten. Ein wichtiger Termin sind die Tage der Chor- und Orchestermusik vom 13. bis zum 15. März in Celle. Zum Auftakt am 13. März treten Maybebop und das Junge Vokalensemble Hannover um 20 Uhr in der Congress Union Celle auf – bei freiem Eintritt.

Neue Chortage Hannover: Ein Höhepunkt in Sachen Gesang werden die Chortage Hannover vom 21. bis 28. Juni sein. Hauptattraktion ist ein Mitsing-Projekt (Kooperationspartner ist die Radiophilharmonie), das es bislang nur dreimal in Deutschland gibt: in Berlin, in Hamburg und jetzt erstmals auch in Hannover. Wer immer Lust hat, egal ob als Einzelperson oder als Chor, kann bei der Aufführung des „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy mitmachen. Die Solisten, die NDR-Radiophilharmonie, der Konzertchor der Musikhochschule und der NDR-Chor, stehen auf der Bühne.

Die mitwirkenden Amateure sind im Publikum verteilt. „Wir haben jetzt schon 450 Sänger im Publikum, aber wir wollen 600“, sagte Wolfgang Schröfel. Hannovers Kulturdezernentin Marlis Drevermann betonte, dass das Projekt den exzellenten Ruf der Chorstadt sicher noch weiter stärken werde. (Weitere Infos gibt es unter der Webadresse www.chortage-hannover.de.)
Es geht voran: Schröfel betonte auch, dass die Entwicklung der Chortage stellvertretend für die Entwicklung der Chorstadt Hannover stehe. 2009, als man diese in den 60er-, 70er-Jahren schon praktizierte Reihe wieder aufleben ließ, habe man mit zwölf Chören und drei Konzerten angefangen. Sechs Jahre später hätten 65 Chöre und knapp 2000 Sänger bei den Chortagen (in einer Kooperation mit den Kunstfestspielen Herrenhausen) auf der Bühne gestanden.

Neuer Werkstattbericht: Ebenfalls seit Freitag gibt es einen Werkstattbericht der Stadt, der die Entwicklung der Chöre zusammenfasst. Dort kann man lesen, dass auch die Musikhochschule einen Anteil an der guten Chorsituation hat. Rund 45 Prozent der in Niedersachsen tätigen Chorleiter würden in Hannover ausgebildet, sagte Musikhochschulchefin Susanne Rode-Breymann am Freitag.

Ein Interview mit Sänger Thomas Quasthoff ist dem Bericht vorangestellt. Darin beschreibt er, dass für die Musik bundesweit noch viel zu tun ist. Die Politik interessiere es wenig, wenn Musikschulen schließen. Die musikalische Bildung in Kindergärten und Schulen, sei „katastrophal“: Die Bemühungen der Chorverbände seien nur der „berühmte Tropfen auf den heißen Stein“.

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