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Kultur überregional Kari Bremnes mit kühlem Folk im Pavillon
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19:02 29.11.2016
Von Sonja Fröhlich
Majestätische Melancholie: Kari Bremnes. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Dort, wo Kari Bremnes lebt, wird es jetzt im Winter gar nicht mehr hell. Doch gerade diese besondere Düsternis inspiriere sie, sagt die Sängerin aus Norwegen. Es sei ohnehin sehr viel mehr Blau als Schwarz und wenn man so ganz ohne Tageslicht auskommen muss, gebe dies eine besondere Ruhe und Intensität. Diese Intensität brachte sie nun in den fast ausverkauften Saal des Kulturzentrums Pavillon.

Wenn Kari Bremnes zu singen beginnt, entsteht eine magische Spannung zwischen wilder Natur des Nordens und der Dynamik urbanen Lebens. Die Fans lauschen gebannt einer Melange aus arktischem Folk, nordischer Folklore, sanftem Pop und Anklängen von Jazz, vorgetragen mit einer klaren, sanften Stimme mit tiefem Timbre.

Die meisten Zuhörer verstehen ihre Texte nicht, denn Kari Bremnes singt durchweg auf Norwegisch. Manchmal schickt sie auf Englisch vorweg kleine Geschichten rund um ihre Texte, bei denen es häufig um die Sehnsucht geht, die Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist, hinter sich zu lassen. Die Liedermacherin, die nächste Woche 60 Jahre alt wird, ist in Svolvær auf den Lofoten, einer Inselgruppe im Nordatlantik, groß geworden, bevor sie mit 19 Jahren mit einem Postschiff den Weg in die Großstadt Oslo antrat.

Mit geschlossenen Augen gibt sich Bremnes einer Art majestätischer Melancholie hin. Ihre Bewegungen wirken oft etwas steif und mechanisch, sind aber wohl Teil einer distanzierten Performance. Denn mittlerweile tendiert die Band zu elektronischen Sounddesigns und Techno-Bässen, die Keyboarder Bengt Hanssen oft hymnenhaft akzentuiert, als gehe es um Filmmusik.

16 Studioalben hat Bremnes in den vergangenen drei Jahrzehnten veröffentlicht - das letzte „Og Så Kom Resten Av Live“ (Und dann kommt der Rest des Lebens) vor vier Jahren. Im Pavillon gibt es eine Mischung aus alten und neuen, noch nicht veröffentlichten Songs zu hören - darunter auch „Skrik“ (Schrei), den Bremnes aus Tagebucheinträgen des norwegischen Malers Edvard Munch vertont hat. Dabei überlässt die Songpoetin die nun in blutrote Farbe gemalte Bühne ihrem Gitarristen Hallgrim Bratberg.

Insgesamt liefert die Band ein Konzert, das durch Klarheit, Präzision und perfekten Sound überzeugt - aber eben auch die Ruhe und Intensität kalter, dunkler Tage in sich trägt, in denen ab und zu ein Polarlicht am Himmel leuchtet. Die Fans danken das mit stehendem Applaus.

Am Mittwoch, 28. Dezember, präsentiert Sängerin Erika Stucks ihr Programm „Foxy Lady“ im Pavillon.

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