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16:21 16.01.2016
Max Mutzke
Max Mutzke Quelle: Hagemann
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Hannover

Das kann er also auch. Einfach mal so das Mikro zur Seite nehmen und mit der Stimme unverstärkt den Raum füllen. Wir befinden uns im großen und ausverkauften Sendesaal des Funkhauses, dessen Akustik eine Stimme weit tragen kann. Aber Max Mutzke mit seinem Soul-Organ schafft das noch weiter. Respekt! Damit gewinnt er sogar einer Edel-Schnulze wie „Me And Mrs. Jones“ Dramatik und Dynamik ab. Das kann er einfach. Diese Stimme holt jeden ab. Und erreicht das emotionale Zentrum ohne Umwege. Ob mit Mikro oder ohne, ob er Deutsch singt oder Englisch: Max Mutzkes Soul-Botschaft kommt an.

Konzerte in Hannover hat Max Mutzke, die einstige Grand-Prix-Eurovisionshoffung, der Stefan-Raab-Schützling und Ehrenretter der deutschen Soul-Musik, schon viele gegeben, sogar mit BigBand, aber noch nie mit einem solchen Klangapparat wie der NDR Radiophilharmonie. Und auch nicht mit solch glanzvollen, diffizil abgestimmten Arrangements, mit denen der Dirigent Enrique Ugarte ein Meer an Klangfarben und Nuancen aus dem Mutzkeschen Repertoire zaubert. Nicht nur bei „Me And Mrs. Jones“ , sondern auch bei den auf Deutsch gesungenen Songs des aktuellen Mutzke-Albums „Max“, die den Löwenanteil der Show stellen. Die Show aber gehört dem Mann mit Schiebermütze. Mit seiner leicht angerauten Stimme schwebt er majestätisch über den elastischen Grooves seiner Band Monopunk und den ohrschmeichelnden Kadenzen der Radiophilharmoniker. Es ist, als wäre Al Green als deutsche Soul-Inkarnation wiedergeboren.

Und wenn Mutzke nicht singt, dann dampfplaudert er. Er macht sich über Rasenpfleger in Baden-Baden lustig. Leider aber auch über Hannover. Aber nicht mal dafür sind ihm sein Fans böse; die Buhrufe klingen eher aufmunternd. Der Mutzke kriegt sie einfach alle. Und nachdem er mit dem All-Time-Hit „I Can’t Wait Until Tonight“ noch mit angezogener Handbremse das Finale einläutet, hat er bei „Charlotte“ und bei der Zugabe „Schwarz Auf Weiß“ das ganze große Funkhaus auf den Beinen – mitklatschend und sogar mitsingend. Nach zweieinhalb Stunden großer Unterhaltung schickt Mutzke die Zuhörer mit dem Song „You Are So Beautiful“, gesungen von ihm und begleitet von Dirigent Ugarte am Akkordeon, auf den Heimweg. Bei ihm heißt die Titelzeile „We Are so Beautiful to You“. Wo er recht hat, hat er recht.

Von Bernd Schwope

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