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00:32 15.11.2014
Erfrischender Westcoast-Gute-Laune-Rock: Mighty Oaks.
Erfrischender Westcoast-Gute-Laune-Rock: Mighty Oaks. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Sie sind die Shootingstars des Jahres. Mighty Oaks. 2010 veröffentlichten die drei in Berlin lebenden Musiker in Eigenregie ein Album mit sechs Songs, „Just One Day“ vom zweiten, ebenfalls selbst produzierten Minialbum, kam auf Platz 87 der deutschen Singlecharts. Sie waren mit den Kings of Leon auf Tour und haben auf großen Festivals gespielt. Im Februar erschien „Howl“, das erste Album, und damit wurden sie sofort die Nummer zehn in Deutschland. Am Dienstag waren Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders mit erfrischendem Westcoast-Gute-Laune-Rock im hannoverschen Capitol.

Nach dem dramatischen Intro zu „Horsehead Bay“ kommen sie unter dem Jubel der 1600 Besucher auf die Bühne, Hooper mit Mütze und Rauschebart schnallt sich die Gitarre um, singt mit kehliger Stimme von einer Mauer, die er um sich herum bauen will, um sich von allem abzuschotten. Viele der Songs haben hypnotischen Charakter, die Instrumentalteile mit Mandoline und Geige könnten auch Hymnen von Coldplay sein. Andererseits sind viele der Songs angenehm unspektakulär, getragen einzig vom dreistimmigen Satzgesang. Hooper, der Autor, singt von sich, seinem Vater, seinem Bruder. Alle drei haben Ausstrahlung, Saunders sieht mit seiner Fliege und dem freundlichen Lächeln aus wie der kleine Bruder von Frank Zappa. Und sie haben gut zugehört bei allen möglichen Westcoastbands. Aus Zutaten wie Crosby, Stills & Nash, America oder Tom Petty rühren sie ihr schmackhaftes Pop-Süppchen, gewürzt mit den sehr privaten Texten. Bei „You Saved My Soul“ unternehmen sie gar einen Ausflug in die für deutsche Ohren ungewohnte Cajun-Musik. Dann spielen sie „Brother“, einen von Social-Media-Plattformen wohlbekannten Song, und die vielen jungen weiblichen Zuhörer kreischen sich die Seele aus dem Leib – der Spagat zwischen Boyband und intellektueller Mainstream-Musik gelingt den drei Newcomern (im Capitol werden sie unterstützt von einem namenlosen Keyboarder und einem namenlosen Schlagzeuger).

Der 27-jährige Stephan Krusch aus Hannover singt jeden Song textsicher mit, er hat eine Erklärung für den Erfolg der Band: Er sei Surfer, sagt der braungebrannte Mann mit dem blonden Bürstenschnitt, und viel in Europa unterwegs. In der letzten Saison, sagt er, gab es an den Stränden in ganz Europa eigentlich nur Songs von Mighty Oaks zu hören, rauf und runter, 24/7, immer wieder.

Jaja, die Surfer. Die haben vor ein paar Jahren auch Jack Johnson in die Charts gehievt. Johnson ist mittlerweile ein wenig angestaubt, aber, wie ein amerikanisches Sprichwort besagt: „Mighty oaks from little acrons grow“ – aus den kleinen Eicheln ist schon ein ganz ansehnlicher Baum geworden. Tendenz: wachsend.

Michael Krowas

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