Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Kultur überregional „Locker und unterhaltsam“
Nachrichten Kultur Kultur überregional „Locker und unterhaltsam“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 27.11.2014
Piano-Battle: In ihrem neuen Programm „Tastenspiele“ versuchen sich Anne Folger und Jennifer Rüth gegenseitig zu übertrumpfen.
Piano-Battle: In ihrem neuen Programm „Tastenspiele“ versuchen sich Anne Folger und Jennifer Rüth gegenseitig zu übertrumpfen. Quelle: Felix Groteloh
Anzeige
Hannover

Es gibt sicher eine gewisse Ehrfurcht vor dem klassischen Konzertflügel. Umso überraschender, wenn ein Frauen-Duo das Spektrum der Klangkunst um Percussion und Milchaufschäumer erweitert, zudem moderiert, singt und für kabarettistische Einlagen sorgt.

Gefunden haben sie sich über eine kurze, bündige Anzeige. Mittlerweile arbeiten Jennifer Rüth und Anne Folger als Queenz of Piano seit gut vier Jahren zusammen, die „Tastenspiele“ sind ihr drittes Programm. Beide haben eine professionelle klassische Ausbildung, waren aber auch immer schon in anderen künstlerischen Bereichen tätig. Bei Anne Folger sind das Schauspiel und Improvisationstheater, bei Jennifer Rüth ist es der Jazzgesang.

Der Reiz des Duos liegt für die beiden im Dialog, den sie miteinander pflegen: „Oft passieren Dinge spontan im Konzert, auf die wir reagieren. Dadurch wiede rum entsteht eine neue Vorlage.“ Die „Tastenspiele“ beispielsweise beinhalten ein Piano-Battle: Im gegenseitigen Spiel wechselt man sich dabei ab und übertrumpft einander - auch hier kommen verschiedene Genres zum Einsatz wie der romantische Popsong zum Beispiel oder eine Loopstation, über die verschiedene Rhythmen eingespielt werden. Insgesamt reicht das Portfolio von Michael Jackson über Mozart, Vivaldi bis hin zu Astor Piazolla oder „Mission Impossible“. In jeder Konstellation fördern die Queenz ungeahnte Möglichkeiten ihrer Flügel zutage: „Wir überlegen zunächst, welchen Effekt wir haben wollen“, beschreibt Jennifer Rüth das Konzept. „Bei einem lateinamerikanischen Samba gibt es die Percussion, die wir durch Trommeln in unseren Flügeln imitieren. Gitarrenplektren auf den Saiten kommen dem Klang einer Zither sehr nahe, beim griechischen Sirtaki suchten wir nach etwas Vibrierendem. Die elektrische Zahnbürste hat nicht gut funktioniert, dafür der Milchschäumer. Auf die Gegenstände kommen wir durch einfaches Suchen in der Küche, im Baumarkt. Aber natürlich kann man sich auch von John Cage inspirieren lassen, dem Wegbereiter des präparierten Flügels.“

Für diese Art des Cross-over gibt es weitere Vorbilder: „Einer unserer Helden ist Victor Borge. Er war ein dänisch-amerikanischer Pianist und Komödiant und einer der ersten, die es geschafft haben, die lustige Seite der klassischen Musik einem riesigen Publikum zugänglich zu machen“, erläutert Anne Folger. Mit der unkonventionellen Verschmelzung der Genres erreichen die Queenz of Piano ein entsprechend vielseitiges Publikum - sowohl eingefleischte Musikliebhaber als auch diejenigen, die neben der Musik ein humorvolles Rahmenprogramm schätzen. „Es freut uns immer sehr, wenn Menschen nach dem Konzert zu uns an den Stand kommen und sagen: ‚Mensch, ich hätte gar nicht gedacht, dass ein Klavierkonzert so locker und unterhaltsam sein kann.‘“

27.11.2014
Kultur überregional Studiotheater Expoplaza - Wie im Traum
27.11.2014