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14:01 15.11.2015
Das Konzert von SDP war seit Langem ausverkauft. Im März schon spielt die Band wieder im Capitol.  Quelle: Sielski

Eine Jungsgruppe mit Marco-Reus-Frisuren klopft vor dem Eingang mit Kleinstflaschen Likör gegen den gemauerten Pfeiler des Capitols und kippt sich den Alkohol dann synchron in den Rachen. Endlich Freitag. 

Drinnen kommen Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin aus Spandau auf die bunte Bühne, eine Introstimme erklärt, dass wir die Sternzeit 2015 schreiben. In der Mitte der Bühne ein DJ-Pult in Raumschiffoptik, dahinter das Plakat vom Albumcover, das die Band in Battleship-Optik zeigt. Dazu Helme und große Tafeln mit wenigen Leuchtpunkten – diese schlechte Daff-Punk-Kopie ist genauso trashig wie der Rest, und vielleicht liegt genau hier der Erfolg der Band.

Der Auftritt von SDP ist ein fast eleganter Mix von Pop, Dancehall, Rap, Gitarrensoli, mal klingt das nach den Ärzten, mal nach Afrob, dann wieder nach den Backstreet Boys. Die Rollen bei SDP sind klar verteilt. Dag-Alexis Kopplin gibt den prolligen Muskelshirt-Träger mit dicken Oberarmen, Vincent Stein ist ein großgewachsener Schwiegermutter-Schatz mit geföhnter Gelfrisur – der aber auch abspacken kann.

Den Songs von SDP wird oft eine satirische Grundnote zugeschrieben und manchmal auch durchaus ein kritischer Blick auf die Welt. Doch viele Songs sind einfach plump. „Männer und Frauen“ klingt wie die Westernhagen-Version einer Show von Mario Barth. Dass diese Deichkind-Version ohne Herz und Wärme 2000 Menschen zum Ausrasten bringt, das zeugt natürlich von Talent. SDP liefert einen Soundtrack zur großen Feierei, ein bisschen clever, ein bisschen neckisch, ein bisschen wild, ein bisschen ernst, ein bisschen Straße – die Spotify-Liste zum Whiskey-Cola auf der Jugendzimmer-Couch. Das Konzert von SDP war seit Langem ausverkauft. Im März schon spielt die Band wieder im Capitol. Die Fans müssen sich dann etwas überlegen: Das Konzert ist an einem Montag.

von Gerd Schild

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