Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Kultur überregional So gut ist die Tschick-Inszenierung in Hildesheim
Nachrichten Kultur Kultur überregional So gut ist die Tschick-Inszenierung in Hildesheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 30.08.2016
Quelle: Clemens Heidrich
Hildesheim

Zwei Sitze und ein elektronischer Drumcomputer als Armaturenbrett reichen aus, fertig ist das Auto. „Hast du den etwa geklaut?“, fragt Maik. „Geborgt, nicht geklaut!“, antwortet Tschick. Mit einem Minimum an Kulisse und Besetzung läuft der Erfolgsroman von Wolfgang Herrndorf nun auch auf der Hildesheimer Bühne des Theaters für Niedersachsen.

Zu dritt erzählt die Theatergruppe Priapia 13 die Geschichte zweier jugendlicher Ausreißer, die mit einem geklauten Lada in die Walachei wollen. Die Jugend der drei angehenden Berufsschauspieler macht ihre Darstellungen dabei umso authentischer - dem 21-jährigen Philipp Steinmann nimmt man auch den 14-jährigen Maik ab und Calvin Auer überzeugt als schief grinsender Tschick. Alle anderen Rollen übernimmt Paula Freter, sie spielt Mutter, Sohn, Lehrer, Schüler und Miterzählerin. Scheinbar mühelos wechselt sie die Figuren, Dialekte und Spielweisen. Häufig kommen dabei Tiermasken zum Einsatz, häufig wirken die Szenen dann wie Klamauk. Aber die Textvorlage bietet immer wieder ein Gegengewicht, denn Tschick und Maik sind auch tragische Figuren, die nicht ohne Grund von zu Hause abhauen. Erst nach dem abrupten Ende ihrer wilden Fahrt wachen die Protagonisten wieder auf in zwei Familien, die sich vielleicht durch ihren Kontostand unterscheiden, nicht aber in ihrer fehlenden Zuwendung.

Die Premiere war ausverkauft, und seit das Buch auch vermehrt im Deutschunterricht auftaucht, ist die Nachfrage nach „Tschick“-Vorführungen - auch sechs Jahre nach der Buchveröffentlichung - wohl vorerst gesichert. In der Werkstatistik des Bühnenvereins von 2015 überholte „Tschick“ Goethes „Faust“ hinsichtlich Aufführungen und Zuschauerzuspruch. Allerdings trifft die Bühnenfassung des Jugendromans demnächst auf einen gefährlicheren Konkurrenten als den Weimarer Klassiker: Ab dem 15. September kommt die Verfilmung von „Tschick“ in die Kinos, Regie führt Fatih Akin („Soulkitchen“, „Gegen die Wand“) - und das Hildesheimer Lichtspielhaus ist gleich gegenüber.

Von Felix Müller

Festlicher Auftakt zum 100. Jubiläum der Kestnergesellschaft: Der Vorsitzende Uwe Reuter und OB Stefan Schostok würdigten am Montag bei einem Empfang im Neuen Rathaus Hannover und die Kunst. .

Ronald Meyer-Arlt 30.08.2016

Nach Gerichtsurteilen der vergangenen Monate schien das Museum vor dem Aus: Nun hat das Menschen-Museum von Leichenplastinator Gunther von Hagens seine Ausstellung angepasst. Lenkt der Bezirk jetzt ein?

29.08.2016

Der Jazz-Club Hannover feiert seine 50 Jahre und den „Spirit of New Orleans“ mit einem Konzert im Großen Sendesaal des NDR. Dabei ist Stargast Irvin Mayfield mit seinem Quintett aufgetreten – und hat am zum Abschluss noch einmal die Jazzgeschichte im Schnelldurchgang gespielt.

Rainer Wagner 29.08.2016