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Kultur überregional Flüchtlingsstück wird von Realität eingeholt
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22:33 14.06.2015
Vier Schauspieler und sieben Flüchtlinge sind Teil des Theaterstücks "Brennpunkt X" am Saarländischen Staatstheater.
Vier Schauspieler und sieben Flüchtlinge sind Teil des Theaterstücks "Brennpunkt X" am Saarländischen Staatstheater. Quelle: Oliver Dietze/dpa
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Saarbrücken

"Assad hat mein Haus bombardiert. Mein Bruder ist tot", rief der völlig aufgelöste Syrer und verließ den Raum.

Die Darsteller, vier SST-Schauspieler und sieben Flüchtlinge, waren sichtlich geschockt. Teils mit Tränen in den Augen setzten sie das Spiel fort. Sie verzichteten aber auf die Schlussszene - geplant war ein gemeinsamer fröhlicher Tanz - und auf Applaus. "Wir wollten die Flüchtlinge eigentlich nicht auf ihr Flüchtlingsdasein reduzieren...", sagte Regisseur Jörg Wesemüller. Die schreckliche Nachricht an den Onkel eines der Laiendarstellers sei nicht inszeniert gewesen.

Nach der Vorstellung herrschte minutenlang betretenes Schweigen im Zuschauerraum. Die Schauspieler verließen die Bühne, um den Betroffenen beizustehen.

Das Projekt "Brennpunkt X" beleuchtet die Situation der Flüchtlinge in ihrer früheren Heimat und ihr beengtes Asylbewerber-Leben in Deutschland. Das Stück wurde vom Autor Nuran David Calis nach Interviews in der zentralen saarländischen Aufnahmestelle Lebach entwickelt. Im Mittelpunkt steht das Schicksal Sueylas, eines kleinen Mädchens aus Nord-Syrien. In die Erzählung fließen die Schicksale der Laiendarsteller ein.

dpa

Weitere Informationen zu dem Stück gibt es unter www.theater-saarbruecken.de

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