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Kultur überregional Es wird abenteuerlich
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00:28 14.06.2015
Von Jutta Rinas
Abenteuerliches Programm: Der Vorverkauf für die Niedersächsischen Musiktage startet am Freitag.
Abenteuerliches Programm: Der Vorverkauf für die Niedersächsischen Musiktage startet am Freitag. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Katrin Zagrosek, Intendantin der Niedersächsischen Musiktage, verlängert ihren Vertrag vorzeitig bis 2021. Das gab sie am Donnerstag bei der Ankündigung des Programms der Musiktage bekannt. „Ich möchte weiter Formate fördern, die nicht so gängig sind, gerade in Zeiten, in denen die Mittel für Kultur immer knapper werden“, sagte sie am Donnerstag. Zagroseks Vertrag wäre Ende 2016 abgelaufen. Sabine Schormann, Geschäftsführerin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, betonte, dass gerade ungewöhnliche Konzertformate bei den Musiktagen besonders erfolgreich seien. Die Auslastung habe in den vergangenen Jahren in der Regel bei 91 Prozent gelegen.

Geballtes Programm

Die Musiktage (vom 5. September bis 4. Oktober) stehen diesmal unter dem Motto „Abenteuer“. 58 Konzerte mit Künstlern wie Till Brönner, Jasmin Tabatabai, Dominique Horwitz oder Helmut Lachenmann werden bei dem Festival der Sparkassenstiftung in ganz Niedersachsen zu hören sein. Der Vorverkauf beginnt am Freitag.

Eröffnung: Mit einer geballten Ladung Musik, mit fünf Veranstaltungen an einem Wochenende, starten die Musiktage am 5. und 6. September in Verden. Im Mittelpunkt des Eröffnungskonzertes am Sonnabend, 5. September, 20 Uhr, im Dom zu Verden steht Jazztrompeter Till Brönner. Die Musiktage widmen dem prominenten deutschen Jazzmusiker insgesamt sechs Konzerte. Brönner wird - mal mit Band, mal mit Orchester (am 6. September, 20 Uhr, Stadthalle Göttingen) mit Quintett oder im Duo - in Verden, Göttingen, Wolfsburg, Lingen, Stade und Wilhelmshaven zu hören sein.

Abseits der Klassik: Viele Künstler kommen diesmal aus den Bereichen Jazz, Klezmer und Chanson. Ein Höhepunkt sind Duke Ellingtons „Sacred Concerts“, eine Ausgrabung dreier Konzerte Ellingtons mit geistlicher Musik aus den Jahren 1965 bis 1973, die dem hannoverschen Chorleiter Klaus-Jürgen Etzold zu verdanken ist. Etzolds Junges Vokalensemble und die hannoversche Big Band Fette Hupe sind mit Ellington in Melle, Lüneburg und Northeim zu hören. Weitere Künstler abseits ernster Musik sind Jasmin Tabatabai, Avi Avital, Patricia Petibon und Rebekka Bakken.

Abenteuerkonzerte: Einer der dunkelsten Orte Deutschlands ist die Sternwarte St. Andreasberg. Dort wird es am Freitag, 2. Oktober, gleich zwei Wandelkonzerte mit Musik des Jungen Vokalensembles und Erläuterungen des Astrophysikers Michael Büker geben. Wer schon immer mal morgens um 6 Uhr am Ufer der Aller im Liegestuhl ein Sonnenaufgangskonzert erleben wollte, ist am 6. September beim Verdener Ruderverein richtig. Man muss sich aber beeilen. Für das „Hörabenteuer“ mit dem Helian-Quartett und Harfenistin Katharina Steinbeis, das langjährigen Musiktage-Besuchern schon vorab angeboten worden war, gibt es nur noch wenige Karten. Könnte „Mara“, ein legendäres Stradivari-Cello, sprechen, hätte es sicher viel zu erzählen. Da das nicht geht, übernimmt Wolf Wondratschek, der eine Erzählung über das Instrument geschrieben hat, diese Rolle. Cellist Christian Poltéra macht dazu auf „Mara“ Musik. Das Konzert ist in Wagenfeld, Freiburg/Elbe, Leer und Bleckede zu hören.

Hannover: Zwei der thematisch anspruchsvollsten Konzerte sind in der Landeshauptstadt zu erleben. „Über-Wunden“ heißt eines, für das Musiker des Concerto Köln in ihren Familien nach Zeugnissen geforscht haben, die zeigen, wie das vermeintliche Abenteuer Krieg sich in ein Trauma verwandelte. Zu den Texten erklingt am 17. September, Orangerie Herrenhausen, 19.30 Uhr, festliche Musik von Mozart und Haydn.

„Furcht und Verlangen“ heißt das Abschlusskonzert am 4. Oktober, 17 Uhr, im Funkhaus. Die Komposition „... Zwei Gefühle“ von Helmut Lachenmann wird Beethovens achter Sinfonie und seiner Fantasie op. 80 gegenübergestellt. Es spielt das SWR-Sinfonieorchester Baden Baden unter Leitung von Lothar Zagrosek.

Veranstaltungstipp

Weitere Informationen zum Programm der Niedersächsischen Musiktage finden Sie unter www.musiktage.de

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