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Kultur überregional Berg, Tal und Töne
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19:38 25.05.2014
Wassermusik. Quelle: Von Ditfurth
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Hannover

Klare Luft nach dem reinigenden Regen am Nachmittag, ein unverstellter Blick bis über Hannover hinaus, dazu die Abendsonne im Rücken: Dieser Anblick bot sich den Besuchern des Konzerts „Alpen und Berge – Szenisches Wanderkonzert mit Musik aus dem Schweizer Alpenbergland“ auf dem Gipfel des ehemaligen Empelder Kaliberges. In entspannter Atmosphäre genossen die Zuhörer teils an Biertischen sitzend, teils auf der ausgedehnten Rasenfläche stehend mit Jarmo Sermiläs „Musique Aerée“ einen Höhepunkt einer außergewöhnlichen Veranstaltung. Die kreisförmig um das Publikum platzierten Blechbläser des Ensemble Lappland und des Landesjugendposaunenchores Niedersachsen modellierten, geleitet von Ulf Pankoke, ein zunächst sehr ruhiges, später immer bewegter werdendes Klanggebilde, das wunderbar an diesen „luftigen“ Ort passte.

Der ehemalige Kaliberg in Empelde hat sich in den letzten 30 Jahren auf seiner Süd- und Ostseite zu einem Naherholungsgebiet entwickelt. Der Verein Bergbühne Empelde e.V. hat hier in einem künstlichen Tal eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen geschaffen. Die Veranstalter des Wanderkonzerts versuchten nun, eine Brücke vom „kommerziellen“ Nordteil zum „kultivierten“ Südteil des Berges zu schlagen.

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Um kurz vor 19.00 Uhr traf sich eine überschaubare, aber freudig gespannte Gruppe, um sich, angeführt von einer Art „Bergführer“, auf den gemeinsamen Weg zu machen. Von Wanderung konnte dabei zwar keine Rede sein, gemütlicher Abendspaziergang wäre der passendere Begriff. Aber das Wetter hatte sich beruhigt, die Sonne schien, und es gab es abwechslungsreiche Musik zu hören. Dass diese, wie angekündigt, aus dem Schweizer Alpenbergland stammt, entsprach zwar zumeist nicht den Tatsachen, tat der guten Unterhaltung aber keinen Abbruch. Da passte schon eher, dass man wegen der aufgeweichten Wege festes Schuhwerk brauchte und jederzeit auf einen alpinen „Wetterumschwung“ gefasst sein musste.

Nach diversen Stationen wartete auf der Bergbühne das zentrale musikalische Event: Vlady Bystrov (Sopransax), Lenka Zupková und Susanne Busch (Violine), Alexandra Wieczynsky (Viola) und Nora Matthies (Violoncello) interpretierten „Zoom in“, ein Werk des Schweizers Daniel Schnyder, komponiert in den Jahren 2000/2001. Schnyder, selbst Saxofonist und im Jazz groß geworden, mischt auf intelligente und unterhaltsame Weise Elemente des Jazz mit solchen der europäischen Klassik und der traditionellen vorderasiatischen Musik. Schade, dass Violinen und Viola (wie meist) bei der Klangverstärkung einiges an Klangschönheit einbüßen mussten, denn sowohl technisch als auch musikalisch zeigten sich die Musiker dem anspruchsvollen Werk gewachsen.

Am Ende war zwar am Himmel noch kein Mond zu sehen. Mit zwei Strophen von „Der Mond ist aufgegangen“ fand ein ungewöhnliches Konzert dennoch einen besinnlichen Abschluss

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