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Kultur überregional Ziel erreicht: Panama!
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00:00 30.01.2015
Mit Tiger (Jeong-Min Nam) und Bär (Byung Kweon Jun) auf Entdeckungsreise. Quelle: Thomas M. Jauk
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Hannover

Gegen Mittag des 11. Februar werden Tiger, Bär und Tigerente das Land ihrer Träume, das nach Bananen duftende Panama gefunden haben. Bis dahin haben die tierischen Kompagnons aus Janoschs berühmtem Kinderbuch eine lange Reise hinter sich - das gilt auch für die zahlreichen Beteiligten auf und hinter der Bühne. „Oh, wie schön ist Panama“ ist eine Auftragskomposition der Staatsoper Hannover und damit kein Stück wie jedes andere: „Die Gattung ,Musiktheater für junge Menschen‘ mit altersrelevanten Themen und eigens komponierter Musik wächst erst seit etwa einem Jahrzehnt heran. Neues Repertoire an Kinder- und Jugendmusiktheater zu entwickeln, ist daher ein besonderes Anliegen der Jungen Oper“, betont der Intendant der Staatsoper Hannover, Michael Klügl. „Das beinhaltet insbesondere auch die Vergabe von Auftragskompositionen an junge, vielversprechende Komponisten.“

Die Wahl des Stoffes fiel auf Janoschs Bilderbuchklassiker „Oh, wie schön ist Panama“, und Librettistin Dorothea Hartmann, die für die Junge Oper bereits zahlreiche Stoffe für eine Neukomposition umgesetzt hat, machte sich an die Arbeit. Im Herbst 2013 ging das Textbuch an Stefan Johannes Hanke, der nach „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ zum zweiten Mal mit einer Komposition von der Staatsoper Hannover beauftragt wurde. „Seine Musik verleiht dem Geschehen, den Figuren und Orten weitere Ebenen und haucht ihnen Leben ein. Dies gelingt ihm, ohne nur illustrativ zu sein - und das ist eine Balance, die schwer zu realisieren ist“, begründet Klügl die erneute Zusammenarbeit mit Hanke.

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„Einen Folgeauftrag zu bekommen, ist natürlich das größte mögliche Kompliment an einen Komponisten“, freut sich Hanke. Acht Monate lang arbeitete er an der Komposition von „Oh, wie schön ist Panama“. Vor den ersten Noten auf Papier stand ein Gedankenaustausch mit der Librettistin, um Figuren musikalisch klarer und kontrastreicher fassen zu können. Hanke fand, dass die Freundschaft von Tiger und Bär auch eine Meinungsverschiedenheit ertragen können müsse; außerdem bat er Dorothea Hartmann um zusätzliche Strophen für den„Bananen-Song“ von Tiger und Bär. Die Tigerente hatte sich Hanke anfangs als singende Figur gewünscht - und ist im Nachhinein froh, dass sie nach eingehenden Gesprächen mit Hartmann wie im ursprünglichen Libretto vorgesehen aus dem Orchester schnattert. Tiger und Bär wissen, dass Panama nach Bananen riecht - aber wie sollte es klingen? „Für den Ballhof darf das Orchester nicht zu groß dimensioniert sein. Für die Entwicklung von musikalischen Ideen brauche ich aber immer zuerst eine Vorstellung der Klangwelt, die ich durch die Auswahl der verwendeten Instrumente gestalten kann“, erklärt Hanke seine Arbeitsschritte. „Wenn das Libretto für Kinder passt, und die Musik zur Erzählung des Librettos - dann kann auch junges Publikum mit einer vielschichtigen Musik gut umgehen. Wichtig ist, dass die Musik Humor hat und sich selbst nicht zu ernst nimmt - das junge Publikum dafür umso ernster.“

Oft ist das Libretto für viele weitere Entstehungsschritte einer Uraufführung die wichtigste Stütze. „Das Notenmaterial kommt portionsweise, manchmal erst wenige Wochen vor Probenbeginn. Sonst besorgen wir uns Noten aus der Bibliothek, legen frühestmöglich mit dem Studium los und hören uns mittels Aufnahmen ein“, erläutert der Musikalische Leiter Benjamin Reiners. Da Reiners und Ribitzki bereits Hankes „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ zur Uraufführung gebracht hatten, konnten sie immerhin ahnen, was auf sie und die Sängerinnen und Sänger des Junge-Oper-Ensembles zukommen würde. „Die Musik hat eine große Energie und legt ein hohes Tempo vor, die Sänger müssen also sehr agil in ihre vielen unterschiedlichen Rollen schlüpfen und das Publikum mitreißen“, schildert Ribitzki die Herausforderungen des Stücks. „Eine Uraufführung ist auch für uns eine besondere Verantwortung. Eine gelungene szenische und musikalische Umsetzung der Erstaufführung erhöht auch die Chancen eines Stücks für weitere Inszenierungen an anderen Häusern.“ Das heißt: „Oh, wie schön ist Panama“ könnte auch andere Städte erobern.

Uraufführung am 11. Februar, 11 Uhr, im Ballhof Zwei

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