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Kultur Barenboim: Kultur aus Elfenbeinturm holen
Nachrichten Kultur Barenboim: Kultur aus Elfenbeinturm holen
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10:48 01.04.2012
Daniel Barenboim fordert einen radikalen Wandel im deutschen Kulturbetrieb.
Daniel Barenboim fordert einen radikalen Wandel im deutschen Kulturbetrieb. Quelle: dpa
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Berlin

In der Diskussion um die Kulturförderung sieht der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim vor allem das Bildungssystem in der Pflicht. „Das Problem sind nicht die Subventionen für Theater und Orchester, sondern dass nicht genug in kulturelle Ausbildung investiert wird“, sagte der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper.

„Hätten wir eine bessere musikalische Erziehung, würde ein viel größerer Teil der Bevölkerung ins Theater und in die Konzerte gehen. So aber bleibt Musik in einem Elfenbeinturm“, sagte Barenboim. „Unsere einzige Chance ist, das radikal zu ändern. Dazu gehört aber politischer Wille. Denn Musik ist nicht nur dazu da, die Realität zu vergessen, sondern das Dasein des Menschen zu verstehen.“

Mit ihrem Gedankenspiel, die Zahl der Theater und Museen in Deutschland zu halbieren und stärker auf private Beteiligung zu setzen, hatten die Autoren des Buchs „Der Kulturinfarkt“ eine Protestwelle in der Kunstszene ausgelöst.

Auch für Barenboim ist ein stärkeres privates Engagement für Kunst und Kultur erstrebenswert, angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Lage aber unrealistisch. „Man braucht gleichzeitig eine öffentliche und eine private Beteiligung.“ Das Beispiel der USA mit weitgehend privaten Sponsoren sei in der Krise. 

dpa

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