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Kultur Christoph Waltz begeistert von Polanskis „Meisterschaft“
Nachrichten Kultur Christoph Waltz begeistert von Polanskis „Meisterschaft“
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14:11 22.11.2011
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Zuletzt entschied er sich der 55-Jährige für eine der Hauptrollen in Roman Polanskis Adaption des Bühnenhits „Der Gott des Gemetzels“ an der Seite von Hollywood-Stars wie Jodie Foster und Kate Winslet. Bei einem Interview schwärmte Waltz von der Meisterschaft Polanskis.

Was hat Sie an der Verfilmung des Theaterstücks von Erfolgsautorin Yasmina Reza gereizt?

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„Mich hat die Chance gereizt, noch leichter als auf der Bühne zu wirken, ohne die Tiefe, die das Stück besitzt, zu verlieren. Yasmina Reza hatte vorab ein bisschen Angst, dass dies passieren könnte. Ich habe das nie geglaubt. Denn erstens ist es ein wirklich gutes Stück, und zweitens hatten wir mit Roman Polanski einen Regisseur, den man tatsächlich als Genie bezeichnen kann. Der weiß genau, was er macht. Da kann nichts schiefgehen. Dazu kommt für mich der Aspekt, dass ein Film sehr schnell viel mehr Zuschauer erreichen kann als eine Bühneninszenierung. Und dass eine kluge Komödie wie diese das beste Vehikel ist, um Ernsthaftes an Meinungen und Gedanken unter die Leute zu bringen, ist auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt.“

Sie schwärmen geradezu von Regisseur Roman Polanski. Warum?

„Schauen Sie sich seine Filme an, dann wissen Sie die Antwort. Dieser Mann dreht seit sechzig Jahren Filme. Der kann nicht irren, wenn er arbeitet. Vielleicht mag man mal etwas nicht, was er macht. Aber in sich ist das immer stimmig, immer richtig. Er hat jedes Bild des fertigen Films, jede Kameraeinstellung vorab genau im Kopf. Und er weiß immer exakt, wie er welche Wirkung erzielen kann. Polanski ist deshalb ein Regisseur, bei dem ich nicht einmal versuche, zu diskutieren. Wenn man das Glück hat, mit ihm arbeiten zu können, dann verbietet sich das meiner Meinung nach von selbst. Nun muss ich aber auch sagen, dass er es uns, seinen Schauspielern, durch seine Meisterschaft wirklich leicht gemacht hat.“

Sie spielen hier einen Mann, der zunächst recht jovial wirkt, der mit dem Fortschreiten der Handlung jedoch immer unangenehmere Züge aufweist. Ist er ihnen sympathisch?

„Ich muss die Charaktere, die ich spiele, nicht lieben, ich muss sie nicht einmal mögen oder sympathisch finden. Ich analysiere sie nicht und auch nicht meine Beziehung zu ihnen. Ich spiele sie. Und dabei versuche ich, ihr Inneres, manchmal sogar ihr Verborgenes, mit meinen schauspielerischen Mitteln sichtbar zu machen. Das ist meine Aufgabe. Und ich hoffe immer, dass ich sie so gut wie nur möglich erfülle.“

tfi/dpa

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