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Kultur Die junge Geigenelite trifft sich in Hannover
Nachrichten Kultur Die junge Geigenelite trifft sich in Hannover
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20:36 25.09.2012
Von Stefan Arndt
Der Japaner Fumiaki Miura, Gewinner des Violinwettbewerbs 2009: Die weltweit besten Nachwuchs-Geiger treten in Hannover gegeneinander an.
Der Japaner Fumiaki Miura, Gewinner des Violinwettbewerbs 2009: Die weltweit besten Nachwuchs-Geiger treten in Hannover gegeneinander an. Quelle: dpa
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Hannover

Es ist ein ungewöhnlicher Blick, den Michael Schneider, der Hamburger Musikchef bei NDR Kultur, auf den Internationalen Joseph-Joachim-Violinwettbewerb Hannover hat: Sein Sender übertrage Teile der Veranstaltung, um ein „regionales Kulturereignis“ im ganzen Norden bekannt zu machen. In Japan, Amerika und vor allem Südkorea aber hat man offenbar schon vor diesen Sendungen von dem Wettbewerb gehört - schließlich kommen die meisten Teilnehmer aus jenen Ländern.

Für die achte Ausgabe, die am kommenden Sonnabend beginnt, haben sich aus Hunderten von Bewerbern 36 Geiger zwischen 16 und 26 Jahren für die Vorspiele in Hannover qualifiziert. Sechs von ihnen werden am 11. und 12. Oktober um den Sieg spielen - und um das höchste Preisgeld, das es weltweit für Geiger zu erringen gibt. Insgesamt stellt die Stiftung Niedersachsen, die den Wettbewerb austrägt, dafür 140.000 Euro zur Verfügung.

Hans Eveslage, der neue Präsident der Stiftung, stellte gestern letzte Details im Ablauf vor und wagte dabei auch eine Prognose: Rund 10.000 Besucher werden die Konzerte des Wettbewerbs in Hannover verfolgen. Was genau sie zu hören bekommen, konnten die Geiger zum Teil selbst bestimmen. Der künstlerische Leiter Krzysztof Wegrzyn benennt eine überraschende Tendenz: Erstmals seien mehr männliche als weibliche Geiger zu erleben - „und die lieben es ausgesprochen romantisch“. Das Wahlstück, das am häufigsten zu hören sein wird, ist das bis an die Kitschgrenze sentimentale „Poème“ von Ernest Chausson. Der meistgespielte Komponist ist der Franzose aber deshalb nicht - noch öfter werden die strengeren Werke von Johann Sebastian Bach zu hören sein.

Am Ende des Konzertmarathons wartet nicht nur das Urteil der Fachjury (deren Zusammensetzung erst unmittelbar vor Beginn bekanntgegeben wird) auf die Geiger: Wie vor drei Jahren wird es auch einen Publikums- und einen Kritikerpreis geben. Außerdem ist der Wettbewerb von drei Begleitprogrammen flankiert. „Zu Gast in Niedersachsen“ sind die Konzerte überschrieben, die einige Teilnehmer am 10. Oktober im ganzen Land spielen. Am 7. Oktober ist der Wettbewerb mit einem „Mitmachorchester“ auf dem hannoverschen Opernplatz präsent, während die Schulbesuche, die junge Geiger im Vorfeld absolviert hatten, bereits abgeschlossen sind. In 34 Schulen konnten insgesamt 1800 Schüler einen Spitzenmusiker von morgen ganz aus der Nähe bewundern.

Fumiaki Miura, der Gewinner des vorigen Wettbewerbs, eröffnet die diesjährige Ausgabe mit einem Konzert mit dem Staatsorchester am Sonnabend im Funkhaus; seine schon länger etablierte Kollegin Viktoria Mullova spielt am 5. Oktober mit der NDR Radiophilharmonie Schostakowitsch. Auf dem Programm stehen außerdem Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“. Zum Rahmenprogramm gehört noch der Dokumentarfilm „Violinissimo“, der am 6. Oktober im Künstlerhaus gezeigt wird, und Expertenrunden, die von dem ehemaligen Intendanten der Niedersächsischen Musiktage Markus Fein moderiert werden.

Tickets für fast alle Veranstaltungen gibt es unter Telefon (0511)16841222, Kartentelefon für das Eröffnungskonzert: (0511) 99991111.