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Kultur Elbphilharmonie-Architekt vor Untersuchungsausschuss
Nachrichten Kultur Elbphilharmonie-Architekt vor Untersuchungsausschuss
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18:02 17.11.2011
Im Debakel um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie war Architekt Pierre de Meuron am Donnerstagabend vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss geladen. Quelle: dpa
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Hamburg

Die Hansestadt will ihrerseits prüfen lassen, wer für die massive Kostenexplosion und die Bauzeitverzögerung verantwortlich ist. Die juristische Auseinandersetzung am Hamburger Landgericht zwischen der Stadt Hamburg und dem Konzern Hochtief beginnt an diesem Freitag.

Die Elbphilharmonie sei ein hochkomplexes Projekt, das nach einer starken und hoch professionellen Steuerung verlange. „In diesem Projekt indes diktiert der Auftragnehmer Hochtief dem Bauherrn die Spielregeln. Das heißt: In Hamburg wackelt der Schwanz mit dem Hund“, sagte de Meuron jüngst in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Einen großen Fehler sieht er in einer verfrühten Ausschreibung, „bevor eine ausreichende Planungsgrundlage bestand.“

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Im Übrigen sei es schon merkwürdig, dass Hochtief seinem Auftraggeber nicht die notwendigen Informationen zur Überwachung liefere, sagte der 61-Jährige weiter. Nicht einmal Angaben zu verwendeten Produkten, Messprotokollen, Terminabläufen und dergleichen würden übergeben. Stattdessen habe der Konzern ein ungehemmtes Forderungsmanagement aufbauen können. „Hier hätte man zumindest durch hartes Gegensteuern reagieren müssen.“

„Wir sind extrem transparent“, sagte dagegen Hochtief-Sprecher Bernd Pütter am Donnerstag und wies die Angriffe zurück. „Wir sind in vielen Punkten anderer Meinung als Herr de Meuron.“ Der Konzern wollte sich aber nicht im Einzelnen zu den Vorwürfen äußern: Es gehe hier nicht um Schuldzuweisungen. „Wir wollen endlich den Blick nach vorne richten und das Projekt zügig zu Ende bringen.“

Ursprünglich sollte das Konzerthaus 2010 fertiggestellt werden. Vor wenigen Monaten nannte Hochtief April 2014 als möglichen Termin. Vermutlich kann aber auch dieses Datum nicht eingehalten werden. Die Schweizer Star-Architekten Jacques Herzog & de Meuron hatten im Juni 2003 den ersten Entwurf der Elbphilharmonie präsentiert. „Eine so dramatische Terminentwicklung wie hier habe ich noch in keinem Projekt erlebt. Und wir bauen weltweit komplexe Bauwerke“, sagte de Meuron in der FAZ. Unter anderem entwarfen die beiden auch die Münchener Allianz-Arena und das Pekinger Olympiastadion.

dpa

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