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15:17 10.05.2014
Immer wieder kommt unerwartet aus trügerischer Stille die Explosion der Gewalt.
Immer wieder kommt unerwartet aus trügerischer Stille die Explosion der Gewalt. Quelle: Studio Hamburg Enterprises
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Hannover

Der Film zur Wahl am Kap – 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid: Südafrika hat auf Vergebung gesetzt, Frieden hat das Land nicht gefunden. Kapstadt ist in „Zulu“ eine City der Gewalt, der Drogen, der sozialen Risse.
Ein Polizistentrio gerät in diesen Sumpf. Ali (Forest Whitaker), der Farbige, dessen Vater Weiße verbrannt haben. Der weiße Dan (Conrad Kemp), der eine krebskranke Frau zu Hause hat, und der weiße Brian (Orlando Bloom), der viel trinkt und oft in fremden Betten erwacht. Diese drei Cops sollen den Mord an einer jungen Frau aufklären. Sie lag tot im romantischen botanischen Garten, mit einer neuen Droge im Blut.

Das ist der Beginn einer mörderischen Jagd, die in die Jahre der Apartheid zurück und zu einem perfiden Plan führt. Der Franzose Jérôme Salle, der mit der Comic-Adaption „Largo Winch“ (hierzulande nur auf DVD) bewies, dass er Action kann, ist mit „Zulu“ etwas gelungen, was nicht eben häufig gelingt: ein knallharter Thriller, der seine Figuren ohne viel Gelaber psychologisch zeichnet, der eine historische Situation ohne moralischen Zeigefinger aufreißt und der seine Szenen präzise baut.

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Immer wieder kommt unerwartet aus trügerischer Stille die Explosion der Gewalt. Der Zusammenprall mit einer Drogengang am Strand endet in einer Katastrophe. Der harmlos erscheinende Streit zweier farbiger Jungen entpuppt sich als unkontrollierbar und von Drogen aufgestachelt. In dem furiosen Wüstenfinale, das an Italo-Western wie „Zwei glorreiche Halunken“ orientiert ist, führt 
Jérôme Salle vor, was für ein fulminanter Erzähler er ist. Doch im Kopf bleiben seine Bilder aus den Abfallecken der Townships.

„Zulu“ taumelt durch eine Welt, in der es keine Werte mehr gibt. Selbstjustiz ist die letzte Lösung. Auf Frieden unter der Sonne des südlichen Afrikas ist nicht zu hoffen. Dieser Thriller bietet einen bitteren, desillusionierten Blick ins Fegefeuer der Vergangenheit.

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