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Kultur Karen Kamensek wird Musikdirektorin an Oper Hannover
Nachrichten Kultur Karen Kamensek wird Musikdirektorin an Oper Hannover
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20:54 02.03.2010
Von Rainer Wagner
Die US-amerikanische Dirigentin Karen Kamensek Quelle: dpa (Archiv)
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Womit ganz nebenbei auch eine neue Generation ins Spiel kommt: Die Nachfolgerin von Wolfgang Bozic ist Anfang des Jahres gerade 40 Jahre alt geworden.

Kulturminister Lutz Stratmann betonte bei der Vorstellung der neuen Chefin, man sei sehr stolz, eine Dirigentin gefunden zu haben, die Hannovers Oper „weiterhin in Deutschland an der Spitze halten wird“. Geboren wurde die Tochter slowenischer Einwanderer in Chicago; ihre Mutter war Flötistin. Schon mit elf Jahren wusste Karen, dass sie Dirigentin werden wollte. Sie studierte an der Indiana University und dirigierte bereits in ihrer Studentenzeit das Brooklyn Philharmonic Orchestra. Ihr europäisches Dirigierdebüt gab sie beim Festival der Jeunesses Musicales in Weikersheim – einer verdienstvollen Institution, die schon oft als Sprungbrett für Opernkarrieren taugte.

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Von 2000 bis 2002 war sie Kapellmeisterin an der Wiener Volksoper, von 2003 bis 2006 Generalmusikdirektorin am Stadttheater Freiburg und danach Chefdirigentin in Maribor. Seit 2008 ist sie stellvertretende Generalmusikdirektorin an der Hamburgischen Staatsoper. Ihrer jetzigen Chefin Simone Young hatte sich Karen Kamensek vor vielen Jahren mit den Worten vorgestellt: „Sie brauchen eine Assistentin – und das bin ich.“ Wie weit gespannt ihr Repertoire ist, zeigt nicht nur ein Blick auf den derzeitigen Spielplan in Hamburg, wo sie Wagners „Lohengrin“, Lehárs „Lustige Witwe“ und reichlich italienisches Repertoire leitet. Gerade hat sie am Oldenburgischen Staatstheater Verdis „Il trovatore“ herausgebracht; ihre nächste Premiere wird im Mai in Bordeaux Janáceks „Jenufa“ sein.

Für das Niedersächsische Staatsorchester ist eine Frau am Pult nichts völlig Neues. Auch Karen Kamensek hat in Hannover bereits mehrmals gezeigt, was sie kann. Im April 2008 dirigierte sie hier Werke von Mendelssohn, Vaughan Williams und Elgar. Der Kritiker unserer Zeitung schrieb damals, in ihrem Dirigat vereine sich „schlagtechnische Präzision, fließende Eleganz und eine gehörige Portion Temperament“. Ein Jahr später führte Kamensek das Staatsorchester sicher durch Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ und Strawinwskys vertrackten „Feuervogel“ und rettete durch kurzfristiges Einspringen für einen erkrankten Kollegen das 5. Sinfoniekonzert des Orchesters.

Ganz planmäßig (und doch mit perfektem Timing angesichts ihrer Neuverpflichtung als Chefin) wird Karen Kamensek Mitte März am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters stehen, wo sie Werke von Debussy, Ravel, Messiaen und Berlioz interpretiert. Man darf doppelt neugierig sein.

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