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Kultur Konzert auf der Baustelle
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18:42 10.09.2012
Meditative Stimmung: Baustellenkonzert in der hannoverschen Christuskirche.Körner
Meditative Stimmung: Baustellenkonzert in der hannoverschen Christuskirche. Quelle: Körner
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Hannover

Auf Baustellen ist es meist unangenehm laut. Dass es dort auch wohlklingende Töne geben kann, bewies der Mädchenchor Hannover beim Baustellenkonzert in der Christuskirche. Dort werden ab Oktober Presslufthämmer dröhnen. In der Kirche soll ein internationales Chorzentrum entstehen, gleichzeitig werden Proberäume für den Mädchenchor eingerichtet. Das Ensemble bewies bei seinem Konzert musikalisch, dass sich diese Investition lohnen wird.

Das große Programm unter der Leitung von Gudrun Schröfel reichte von europäischen Volksliedern bis zu Bob Dylan. Zoltán Kodálys „Mountain Night“ stimmte als erstes Stück passend auf den Kirchenraum ein. Ineinander verschwimmende Klänge, atmosphärisch von zwei Seiten eingesungen, schaffen eine meditative Stimmung. Die Stärke des Chores liegt in seinem dynamischen Facettenreichtum und der genauen Artikulation. Es ist beeindruckend, wie die Sängerinnen selbst auf den höchsten Tönen bei bleibender Spannung leiser werden können.

Der Chor feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum. Die A-cappella-Gruppe Hannover Harmonists gratulierte auf unterhaltsame musikalische Art. Leider hatten die Sänger stellenweise mit der Kirchenakustik zu kämpfen. Feine Lautmalereien und einzelne Silben in ihren witzigen Interpretationen verschwanden in der Weite des Raumes. Trotzdem überzeugten sie mit ihrem hohen Niveau und den originell gestalteten Medleys.

Wo eben noch die Zuhörer im offenen Kirchenraum saßen, wird bald auf einer Größe von 150 Quadratmetern ein Probenraum entstehen. Dazu wird der Boden als Treppe aufsteigend angehoben, wie der Vorsitzende des Fördervereins des Chorzentrums, Hinrich Bergmeier, erklärte. Mit zusätzlichen Arbeitsräumen und einem Konzertraum mit 450 Plätzen soll das „Internationale Chorzentrum Christuskirche Hannover“ bald zu Chortreffen und Aufführungen einladen. Der Bau sollte schon Ende 2012 fertiggestellt werden. Das 2,1 Millionen Euro teure Vorhaben hat sich aber verzögert - wegen der Komplexität der Baupläne und einiger akustischer Fragen, wie Bergmeier sagte. Mit der Eröffnung sei im Spätsommer 2013 zu rechnen.

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