Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Kultur Letzte Ruhestätte für Königin Editha nach 1000 Jahren
Nachrichten Kultur Letzte Ruhestätte für Königin Editha nach 1000 Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:51 22.10.2010
Archäologen hatten Edithas sterbliche Überreste 2008 bei Ausgrabungen im Dom entdeckt, am Freitag wurden sie endgültig bestattet.
Archäologen hatten Edithas sterbliche Überreste 2008 bei Ausgrabungen im Dom entdeckt, am Freitag wurden sie endgültig bestattet. Quelle: dpa
Anzeige

Letzte Ruhe nach mehr als 1000 Jahren: Königin Editha (910-946), erste Gemahlin von Otto dem Großen, ist am Freitag endgültig im Magdeburger Dom bestattet worden. Die Wiederbeisetzung ihrer vor knapp zwei Jahren überraschend gefundenen Gebeine wurde mit einem ökumenischen Festakt gefeiert. Dazu versammelten sich mehrere hundert Menschen in dem altehrwürdigen Gotteshaus.

Archäologen hatten Edithas sterbliche Überreste Ende 2008 bei Ausgrabungen im Dom entdeckt. Wissenschaftler aus Deutschland und England hatten Knochen, Zähne und Textilien aufwendig einer Identitätsanalyse unterzogen.

Die englische Königstochter Editha war mit 19 Jahren nach Magdeburg gekommen, um Otto den Großen zu heiraten - den späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Als Brautgabe schenkte er ihr Magdeburg. Editha wurde vom Volk für ihre Großzügigkeit gegenüber den Armen und Kranken verehrt. Sie starb 36-jährig. König Otto I. (912- 973) heiratete erneut und wurde auch im Magdeburger Dom begraben.

Im Anschluss an den zweistündigen Festakt im Dom konnten Besucher den Titansarg im offenen Sarkophag noch für rund zwei Stunden betrachten. Der eigentliche Sarg, in dem Edithas Überreste gefunden worden waren, konnte nicht mehr verwendet werden.

Die damalige Grabinschrift nannte Editha als Bestattete und datierte die letzte Umbettung auf das Jahr 1510. Allerdings war das Skelett nicht komplett: Es wurden nur etwa 40 Knochen gefunden - Menschen haben aber rund 200. Edithas Schädel fehlte fast komplett. Die Forscher vermuten, dass Knochen als Reliquien abhandenkamen.

dpa

20.10.2010
Simon Benne 19.10.2010