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Kultur Sängerin Schmidt kommt nach Hannover
Nachrichten Kultur Sängerin Schmidt kommt nach Hannover
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00:15 03.03.2013
Von Uwe Janssen
Schmidt: „Ich bin immer noch eine Newcomerin und gespannt, was die nächsten Jahre passiert.“
Schmidt: „Ich bin immer noch eine Newcomerin und gespannt, was die nächsten Jahre passiert.“ Quelle: dpa
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Hannover

„Schmidt“ und „du“. Nicht „Frau Schmidt“ und „Sie“, nicht „Elisa“ und „du“. Sie will einfach nur bei ihrem Familiennamen genannt und geduzt werden. Und es spricht schon für ein gewisses Selbstbewusstsein, mit einem nicht gerade vor Glamour funkelnden Namen wie „Schmidt“ ein Künstlerleben anzugehen. Aber weil es ungewöhnlich ist, passt es gut zu der 23-jährigen Elisa Schmidt aus Koblenz. Denn in der Karriere der Sängerin ist vieles ungewöhnlich.

Wahrlich nicht jedes aufstrebende deutsche Gesangstalent beispielsweise gerät beim Debütalbum an einen Produzenten wie Guy Chambers. Der Brite hat die erfolgreichsten Alben von Robbie Williams in Form gegossen und hatte eigentlich schon vor zehn Jahren Albumproduktionen aufgegeben. Ausgerechnet für die junge Deutsche und ihr Debütalbum „Femme Schmidt“ setzte er sich aber noch einmal hinters Mischpult. Die Unternehmerstochter war mit 16 nach London gezogen, um dort auf ein Musikinternat zu gehen. Sie machte zwar Abitur in Deutschland, doch in London ergab sich der Kontakt zu Chambers, der Schmidts Stimme zwischen Rauch und Hauch in ein lässiges musikalisches Retrokleid steckte. Ihr „Pop Noir“, wie sie es nennt, changiert zwischen Barjazz, Swing, Soul und melodiestarkem Formatradiopop. „Die zwanziger Jahre haben uns sehr inspiriert“, sagt sie. Chambers sei es auch gewesen, der ihren Vornamen „erased“ habe (sie streut gern ein bisschen Englisch in ihre Sätze). Für „den Guy“ (ihn nennt sie nur beim Vornamen) sei sie irgendwann nur noch „die Schmidt“ gewesen. Früher habe es „die Dietrich“ geheißen, nun eben „die Schmidt“. Es mangelt ihr wirklich nicht an Selbstbewusstsein.

Allerdings sagt sie auch: „Ich bin immer noch eine Newcomerin und gespannt, was die nächsten Jahre passiert.“ Live ist schon eine ganze Menge passiert, und da geht es mit großen Namen munter weiter. Während sie sich in Deutschland in kleinen Läden ihr Publikum erspielen muss, war sie in Australien das Vorprogramm auf der Tour von Elton John („das war very special“), und in Paris heizte sie für Lionel Richie an.

Und dann ist da noch die Geschichte mit Hugh Grant. Den Schauspieler hat sie über Chambers kennengelernt. Über Hugh Grant sagt Schmidt: „Wir sind befreundet.“ Und auch, wenn man das nicht überbewerten sollte - als der Schauspieler vergangenes Jahr in Berlin war, traf er sich zum Essen mit ihr. Und weil die Boulevardpresse Wind davon bekam, stand Elisa Schmidt plötzlich als potenzielle Affäre des Jungvaters Grant in der Zeitung. Das Genervtsein über diese Art Berichterstattung hält sich bei Schmidt in Grenzen. Die „Bild“-Artikel sind auf ihrer Wikipedia-Seite verlinkt. „Vollkommen okay“, sagt sie, Klappern gehöre eben auch zum Handwerk. Und das Handwerk kommt jetzt: Schmidt tourt durch Deutschland. Zwei Dutzend Termine stehen an. Unter anderem ihre Heimatstadt Koblenz. Dort hat sie noch nie gespielt.

Am morgigen Sonnabend gastiert Schmidt mit Band um 20 Uhr im Lindener Mephisto.