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Kultur Wagner-Schwestern weisen Kritik zurück
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12:54 25.07.2012
Nach dem Ausscheiden des Bassbaritons Evgeny Nikitin wegen dessen Nazi-Tattoos haben die Wagner-Schwestern Kritik an fehlender Vergangenheitsbewältigung zurückgewiesen. Quelle: dpa
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Bayreuth

Sie und ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier hätten dafür alle ihnen zugänglichen Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Der Münchner Staatsopernintendant Nikolaus Bachler hatte nach der erzwungenen Absage des Bassbaritons Evgeny Nikitin wegen dessen Tattoos mit Nazi-Symbolen die Wagner-Familie angegriffen. „Wir sind erstaunt, dass das so pauschal kam“, sagte Katharina Wagner. Auch andere Familienmitglieder wie etwa Cousine Nike Wagner seien in diesen Fragen sehr engagiert. Andere Familienstämme seien dagegen zurückhaltender. Hier habe sie aber keinen Einfluss, sagte die Festspielchefin.

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Bachler, an dessen Haus in München Nikitin bereits aufgetreten ist, hatte den Festspielchefinnen vorgeworfen, sie zeigten mit dem Finger auf jemanden anderen, „weil man mit der eigenen Geschichte ein Problem hat“. Nikitin habe Reue gezeigt. „Eine Reue, die ich von der Familie Wagner in den letzten 50 Jahren nie vernommen habe“, hatte Bachler gesagt. Er spielte damit auf den schwierigen Umgang der Familie Wagner mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Bayreuther Festspiele an.

Nikitin sollte an diesem Mittwoch die Titelpartie im „Fliegenden Holländer“ singen, war vor wenigen Tagen aber abgereist, nachdem bekanntgeworden war, dass er sich einst Tattoos mit Nazi-Symbolik hatte stechen lassen. An Nikitins Stelle war am Abend Samuel Youn als Holländer vorgesehen. „Er ist ein ganz anderer Holländer als Nikitin es gewesen wäre“, sagte Regisseur Jan Philipp Gloger.

dpa/sag

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