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Kultur Die Krönung des Kinokönigs
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16:32 21.11.2013
Von Stefan Stosch
Hans-Joachim Flebbe ist stolz auf den umgebauten Zoo-Palast. Quelle: dpa
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Berlin

Liselotte Pulver hatte die ehrenvolle Aufgabe 1957 schon einmal übernommen. Nun soll die inzwischen 84-Jährige wieder ran: Die Schauspielerin wird am 27. November den Berliner Zoo-Palast eröffnen und damit an glorreiche Lichtspiel-Zeiten anknüpfen. Ob Romy Schneider, James Stewart, Errol Flynn, Walt Disney oder Gina Lollobrigida: Sie alle waren Gäste in dem Traditionshaus, das Hans-Joachim Flebbe für 5,5 Millionen Euro denkmalgerecht restauriert hat. Der Zoo-Palast stellt für ihn nach eigenen Worten eine „Krönung“ in seiner Kino-Sammlung dar.

In den Neunzigern zog Flebbe – beginnend in Hannover – das Cinemaxx-Imperium hoch. Am Ende bespielte er 400 Leinwände, dann kam die Kinokrise. Flebbe musste das börsennotierte Unternehmen verlassen. Heute nennt er bundesweit Luxuskinos sein Eigen, zum Beispiel in Köln, München oder Frankfurt.

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Zoo-Palast ohne Käse-Nachos

Gegenüber der Gedächtniskirche in Berlin will er anspruchsvolle Kinokost zeigen – in insgesamt sieben Sälen mit 1650 Plätzen, ausgestattet mit großzügigen Ledersesseln und Logen. Sogar Wasserspiele hat er installieren lassen. Das Filmorchester Babelsberg hat eigens ein Medley aus berühmten Kinomelodien eingespielt, das vor jeder Vorführung zu Gehör gebracht werden soll. „Mit der Soundanlage ließe sich die Berliner Waldbühne beschallen“, sagt Flebbe. Das Personal zähle rund 100 Köpfe, dazu gehören Garderobenfrauen und ein Doorman. Getränke und Speisen gibt’s am Platz – darunter allerdings garantiert keine Käse-Nachos. Service ist wichtig für Kunden, die bereit sind, ein paar Euro mehr fürs Kinoticket zu bezahlen. „Wir wollen Kino zelebrieren“, so Flebbe.

Als Junge habe er in der „Wochenschau“ fasziniert die Berichte von den glanzvollen Premieren im Zoo-Palast gesehen. „Und jetzt stehe ich selbst hier am Ende des roten Teppichs“, so Flebbe. Zur Eröffnungsfeier am 27. November werden rund 800 Gäste erwartet. Erster Star in rein beruflichem Auftrag ist am 11. Dezember Ben Stiller, der seinen Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ präsentiert. Die Berlinale will schon im kommenden Februar im Zoo-Palast stargespickte Premieren inszenieren. Hauptspielort bleibt nach Angaben der Festspiele aber der Potsdamer Platz.

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