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Nachrichten Kultur Wie der Verlag Drachenmond die Leser verzaubert
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00:00 20.02.2019
Drachenhüterin Astrid Behrendt. Quelle: Nina May
Hürth

„Drachenhüterin“ steht in der E-Mail-Signatur von Astrid Behrendt. Diese sympathische Selbstbezeichnung passt zu dieser Frau, die den unabhängigen Fantasy-Verlag Drachenmond mit Sitz in Hürth gegründet hat. „Ich wollte schon immer etwas mit Büchern machen“, bekennt die 46-Jährige. Sie studierte Germanistik und Romanistik und jobbte zunächst in einer Buchhandlung.

Renommierte Genrepreise wie der Deutsche Phantastikpreis

Einen Großteil des Lohns ließ sie sich in Literatur auszahlen. Behrendt schickte selbst Geschichten an Verlage. „Heute weiß ich, dass die Form nicht passte, aber ich war verärgert über die unfreundlichen Absagen. Meine haben heute einen anderen Tonfall.“ Als Verlegerin hat sie einst mit selbst gedruckten und getackerten Heften und mit Reiseliteratur angefangen. Mittlerweile ist Drachenmond ein professioneller Verlag mit Fokus auf der fantastischen Literatur und regelmäßig auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig vertreten. Drachenmond-Publikationen wurden schon wiederholt mit renommierten Genrepreisen wie dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet. Um die 50 Bücher im Jahr erscheinen, Ziel ist es, vier bis fünf im Monat herauszubringen. Der Schwerpunkt liegt auf deutschsprachiger Literatur.

Von High bis Urban Fantasy

Behrendt möchte alle Untergenres abdecken, von High bis Urban Fantasy. Sie freut sich besonders, dass mit „Die Seele des Wächters“ nun auch das boomende Feld des Steampunk abgedeckt ist. Der Roman vereint klassisches Fantasypersonal mit dem Technikthema. Nina MacKays Reihe mit dem Startband „Rotkäppchen und der Hipsterwolf“ steht für humorvolle Fantastik. Auch Märchen-Anthologien mit wundersamen Namen wie „Von Fuchsgeistern und Wunderlampen“ oder „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ gehören zum Programm. „Ob düster oder romantisch, es muss einfach Klick bei mir machen“, sagt Behrendt. Die Verlegerin erzählt, dass ihr Bauchgefühl sie auch einmal neue Wege gehen lässt. Die Staubchronik von Lin Rina ist zwar nicht dem Fantasygenre zuzuordnen, doch die fiktional-historische Geschichte über eine Heldin, die sich im viktorianischen London behaupten will, überzeugte Behrendt.

Auf der Drachenmond-Website schließt die Fragenliste FAQ mit „Machen Bücher glücklich?“ Die Antwort wird man beim Stöbern in diesem Verlag sicher mit „Ja“ beantworten.

Von Nina May/RND

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